
Bisher geht unsere spekulative Kauf-Empfehlung für den Stahlkocher ThyssenKrupp auf. Seit unserer letzten Empfehlung in Ausgabe 13/2017 bei EUR 22.46 hat die Aktie gut 18% zugelegt – in der Spitze Mitte Juli lag das Plus gar bei fast 25%. Nun könnte sich der Druck auf den Titel jedoch erhöhen, da das Unternehmen, das sich derzeit in Fusionsgesprächen mit dem indischen Tata-Konzern über die Stahlsparte befindet, zum Thema im deutschen Wahlkampf wird. Aussenminister Sigmar Gabriel hat die Unternehmensführung öffentlich dazu aufgerufen, nach einer Alternative zu suchen. Dabei dürfte der Politiker vor allem eine „Deutsche Stahl AG“ im Auge haben. Laut „Handelsblatt“ ist Jürgen Großmann, der Eigentümer des mittelständischen Stahlkonglomerats Georgsmarienhütte an einer Übernahme des Stahlgeschäfts von ThyssenKrupp interessiert. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte die Stahl AG auch Salzgitter umfassen. Vor allem das Management von Salzgitter sträubt sich jedoch gegen eine solche Zusammenlegung. Auch Arbeitnehmervertreter schiessen verstärkt gegen den Tata-Deal und drohen indirekt mit Arbeitskampfmassnahmen. Der politische Druck macht den Deal mit Tata noch problematischer und erhöht den Handlungsdruck auf ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger. Er muss den Stahlkonzern radikal umbauen. Kurzfristig könnte die Politik den Kurs drücken. Wir sind aber überzeugt, dass Hiesinger einen Ausweg finden wird. Unser Plan B: Die Abspaltung der sehr lukrativen Technologiesparte!
Konklusion:
Die Aktie steht so oder so vor einer Neubewertung. Kurzfristig drückt die Politik auf die Stimmung. Eine Diskussion über die Abspaltung der Tech-Sparte könnte der Aktie neuen Schwung verleihen.