+11.66%
YTD 2026
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Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
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Jahr 2022

ThyssenKrupp

Wir hatten die Aktien des deutschen Stahlkonzerns in Ausgabe 43/2016 bei EUR 21.77 zum „spek. Kauf“ empfohlen. Mit einem Kursplus von mittlerweile gut 12% geht unsere Empfehlung auf – auch wenn das Kursplus etwas hinter unseren Erwartugen zurückbleibt. Vor allem, dass der Zusammenschluss mit der indischen Tata Steel nicht wirklich vorwärtskommt, lähmt derzeit die Aktie. Die geplante Fusion hatte die Aktie zwischen Frühjahr bis Sommer 2016 stark beflügelt – doch seit dem lahmt die Entwicklung. Einerseits vollzieht sich bei dem indischen Konzern eine lähmende Schlammschlacht um die Konzernführung. Andererseits haben sich nach dem Brexit-Votum der Briten die Vorzeichen grundlegend geändert. Fast ungewohnt leise gebärdet sich auch der aktivistische Investor „Cevian“, der etwas weniger als 20% an ThyssenKrupp hält. Wir hatten erwartet, dass Cevian den Druck auf das Management deutlich erhöhen wird, um den geplanten Deal endlich in trockene Tücher zu wickeln.
Denn ThyssenKrupp ist nach wie vor ein Koloss auf tönernen Füssen. Zwar hat CEO Heinrich Hiesinger in den vergangenen sechs Jahren seiner Amtszeit den Konzern aus einer existenzbedrohenden Schieflage manövriert. Allerdings ist die Lage für den Konzern keineswegs bequem. ThyssenKrupp betreibt nach wie vor zu viele kapitalintensive Geschäfte, die die Bilanz des Konzerns schwächen. Kritiker bemängeln seit längerer Zeit, dass die Bilanz so schwach sei wie bei kaum einem anderen grossen Stahlkonzern. Seit Jahren verdient der Konzern – auch aufgrund der strukturellen Überkapazitäten in der europäischen Stahlbranche und dem enormen Preisdruck durch asiatische Hersteller – seine Kapitalkosten nicht. Bemerkenswert ist dabei, dass ThyssenKrupp zu den zwei profitabelsten Herstellern in Europa zählt. Somit steht fest: ThyssenKrupp muss handeln, das Geschäft stärker diversifizieren und sich zu einem breit aufgestellten Industriekonzern entwickeln. Dafür ist der Deal mit Tata allerdings überlebensnotwendig. Denn derzeit hat das Management um den CEO keinen Plan B. Wenn der Deal mit dem indischen Stahlmulti doch noch scheitern sollte, dann steht ThyssenKrupp allein da – ein Schreckensszenario, welches die Konzernführung unter einen starken Handlungszwang setzen würde.
Auf dem Börsenparkett wird derzeit gemunkelt, dass der Deal bis Sommer über die Bühne gehen könnte. Jede Nachrichte, die Fortschritte bei den laufenden Verhandlungen signalisieren, dürfte an der Börse mit stark steigenden Notierungen quittiert werden. Wir rechnen weiter mit einem positiven Abschluss der Verhandlungen.
Konklusion:
Wir empfehlen weiter, die Aktie vor dem Hintergrund des beabsichtigten Zusammenschlusses mit Tata Steel spekulativ zu kaufen.