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Tesla

Elon Musk ist unbestrittenermassen ein Visionär. Mit Tesla hat er etwas geschafft, was seit Mitte der 80er Jahre keinem anderen Autohersteller gelungen ist: Er hat mit seinen Elektroautos eine gesamte Branche in Aufruhr versetzt und einen Trend angestossen, welcher wohl nicht mehr aufzuhalten ist. Doch genau mit diesem Erfolg schaufelt sich das Unternehmen sein eigenes Grab. Finanziell steht das Unternehmen ohnehin auf schwachen Beinen, was durch die Übernahme von SolarCity – das Unternehmen generiert einen negativen Cashflow von USD 2 Milliarden im Jahr – sicher nicht besser wird. Gemäss Berechnungen eines Hedge Funds betrug der GAAP-Verlust pro Auto im dritten Quartal satte USD 4‘710. Für das vierte Quartal wird ein negativer Cashflow von über USD 1 Milliarde erwartet – ohne SolarCity. Seit 2012 musste sich Tesla bisher fünfmal frisches Kapital besorgen: September 2012: USD 195 Millionen; Mai 2013: USD 913 Millionen; Februar 2014: USD 2 Milliarden, August 2015 USD 652 Millionen; Mai 2016: USD 2 Milliarden. Weitere Finanzierungsrunden sind wahrscheinlich. Denn auch der Eintritt mit dem günstigeren Model 3 wird Tesla teuer bezahlen müssen. Branchenkenner rechnen damit, dass die Produktion des Model 3 in den 40‘000ern liegt. Sollte Tesla das Auto wie kommuniziert mit USD 35‘000 anbieten, fährt der Konzern pro Auto einen riesigen Verlust ein. Da heisst, Tesla müsste den Preis deutlich anheben, womit das Model jedoch nicht mehr als massenmarkttauglich gelten dürfte. Das Problem: Elon Musk muss irgendwann nachhaltig schwarze Zahlen schreiben, sonst springen die Investoren ab. Auch beim Blick auf die geplanten Absatz-/Produktionsziele ist Skepsis angebracht. 2015 verkaufte Tesla etwa 1‘000 Autos pro Woch. Es den Absatz bis ins Jahr 2020 auf jährlich 500‘000 – also gut 10‘000 pro Woche – steigern. Wow, könnte man sagen. Ein Vergleich zeigt aber, in welcher Liga Tesla mit dem Ziel spielt. Lada verkauft gegenwärtig allein in Russland 5‘000 Autos pro Woche, grosse Player bringen gegenwärtig gut 50‘000 Stück pro Woche an den Mann. Mit dem geplanten Ziel stösst Tesla in die Region von Volvo oder Jaguar/Land-Rover vor – beides Unternehmen, die ohne einen starken Partner (Jaguar: Tata; Volvo: Geely) im Rücken wohl bereits auf dem Autofriedhof liegen würden. Kommt erschwerend hinzu, dass die grossen Hersteller mittlerweile mit voller Wucht auf den E-Auto-Markt vorstossen. Ob Daimler, Nissan, Madza, Toyota, Chevrolet, Audi, Porsche, VW oder Jaguar – sie alle wollen den Markt in den kommenden fünf Jahren mit neuen E-Modellen fluten und im Gegenteil zu Tesla verfügen sie dafür über die notwendige Infrastruktur. Ohne einen starken Partner hat Elon Musk dieses Rennen bereits vor dem Startschuss verloren.
Konklusion:
Tesla hat in allen Geschäftsbereichen (Autos, Energiespeicher, Automatisiertes Fahren etc.) den Vorsprung verloren. Die Konkurrenz wächst täglich. Ohne Partner ist Tesla nicht überlebensfähig.