
Am amerikanischen Aktienmarkt heisst die Devise der Anleger nach wie vor: höher, schneller, weiter. Anders lässt sich die jüngste Aufwärtsbewegung im marktbreiten S&P500-Index kaum beschreiben. Zu Beginn der Berichtsperiode markierte das Aktienkursbarometer bei 2‘552 Punkten ein Allzeithoch. Damit verzeichnete der Index allein im zurückliegenden Monat ein Kursplus von über 3.5%. Dass der Markt danach leichte Rückgänge verzeichnete, überrascht nicht. Im Vorfeld der Ende dieser Woche an Fahrt aufnehmenden Berichtssaison dürften Anleger verstärkt auf Gewinnmitnahmen abgezielt haben. Zudem durchbrach der Index beim jüngsten Aufwärtspotenzial das obere Bollinger Band nach oben hin, was eine leichte Korrektur notwendig erscheinen lässt. Dies spiegelt sich auch im Stochastik-Indikator wider, der zu Beginn der Handelswoche eine zaghafte Trendwende signalisierte. Auch wenn sich der S&P500 in einer scheinbar robusten Situation befindet, sollten Anleger Vorsicht walten lassen. Denn breit abgestützt war der jüngste Aufschwung an den US-Börsen nicht. Die Handelsvolumina sind zuletzt markant gesunken.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Auf kurzfristige Sicht wird entscheidend sein, ob die beginnende Q3-Berichtssaison die Erwartungen der Marktteilnehmer erfüllt und die Prognosen der Unternehmen für das Gesamtjahr zumindest bestätigt werden. Sollte die Bankenbranche, die traditionell ihre Zahlen gleich zu Beginn der Berichtssaison rapportieren, gute Unternehmensdaten vorlegen, dürfte dies dem Markt nochmals Rückenwind geben.
Auf mittel- bis langfristige Sicht steigt mit jedem Punktgewinn beim S&P500 unser Unbehagen. Aus unserer Sicht ist der amerikanische Aktienmarkt mittlerweile sehr heiss gelaufen – eine markante Korrektur ist überfällig. Gemessen am Shiller-KGV für den S&P500 (aktuell: 31.05 Punkte) war der Markt nur während der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende noch deutlich höher bewertet (Spitzenwert: 44.19 Zähler im Dezember 1999). Auch wenn wir derzeit keinen Trigger erkennen, der eine markante Korrektur auslösen könnte, zeigt die Historie, dass solche Übertreibungen stets aufgelöst wurden.
Konklusion:
Zwar ist die hohe Bewertung von US-Aktien kein Hindernis für weiter steigende Notierungen. Doch mit jedem Kurszuwachs steigt die Fallhöhe – und unser Unbehagen.