
Die Stimmung der US-Anleger ist gedrückt
Der marktbreite amerikanische Aktienindex S&P500 hat in der zurückliegenden Berichtswoche einen deutlichen Dämpfer einstecken müssen. Die Drohgebärden in Richtung Nordkorea (gemeinsames Militär-Manöver mit Südkorea) und das zunehmende politische Chaos im Weissen Haus (unangebrachte Kommentare zu rechtsextremen Ausschreitungen in Charlottesville, Rückzug zahlreicher Wirtschafts-Berater von US-Präsident Donald Trump, Abschied von Trumps Chefstrategen Steve Bannon) haben bei US-Anlegern die Nervosität deutlich steigen lassen. Kommt erschwerend hinzu, dass sich zahlreiche Marktteilnehmer im Vorfeld des Notenbanker-Treffens in Jackson Hole zurückhielten. Der Rückschlag hat dazu geführt, dass der Index gleich mehrere negative charttechnische Signale ausgebildet hat. So rutschte das Kursbarometer markant unter den Mitte April ausgebildeten Aufwärtstrendkanal und sackte zudem kurzzeitig unter den Support bei 2‘430 Punkten. Zugleich hat der MACD-Indikator das negative Handelssignal der Vorwoche bestätigt, während der Stochastik-Indikator ein neues Verkaufssignal ausgebildet hatte. Das Handelsvolumen lag in den vergangenen Tagen auf einem stabilen Niveau, was dafür spricht, dass die jüngsten Verkaufswellen noch keine panikartige Stimmung unter den Anlegern ausgelöst haben.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Derzeit rätseln die Marktteilnehmer noch, ob es sich bei den Rückschlägen um das Ende der Börsenrallye handelt oder ob sie eine Gelegenheit zum Einstieg sind. Aus charttechnischer Sicht scheinen kurzfristig weitere Kursverluste wahrscheinlich, die den Markt noch bis auf die Marke von 2‘400 Punkte drücken könnten. Allerdings haben politische Börsen bekanntlich kurze Beine – entsprechend könnten starke Gegenbewegungen die gegenwärtige, gedrückte Stimmung wieder aufhellen. Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Lage halten wir grundsätzlich an der Untergewichtung amerikanischer Aktien fest.
Konklusion:
US-Präsident Donald Trump wird für die amerikanische Börse zunehmend zu einem Belastungsfaktor. Wir empfehlen weiter, Kursgewinne zu realisieren und Aktien aus Europa zu bevorzugen.