US-Anleger lassen alle Sorgen hinter sich
Nach einem vergleichsweise ruhigen Hexensabbat am letzten Freitag hat der marktbreite amerikanische Aktienindex zum Auftakt der neuen Handelswoche einen grossen Schritt nach oben gemacht und bei 2453 Zählern ein Rekordhoch markiert. Damit scheint der Index den Ende Mai ausgebildeten Seitwärtstrendkanal zwischen 2440 Punkten am oberen und 2429 Zählern am unteren Ende nach oben hin durchbrochen zu haben, womit sich kurzfristig ein weiteres Aufwärtspotenzial bis auf 2500 Punkten ergibt. Zugleich konnte auch der amerikanische Leitindex, der Dow Jones Industrial Average, erstmals in seiner Geschichte die Marke von 21500 Zählern überwinden. Nach dem kurzfristigen Ausverkauf in der Vorwoche waren in der zurückliegenden Berichtsperiode vor allem Tech-Titel gefragt. Auch die Aktien von Einzelhändlern waren zu Beginn der Woche stark gefragt, nachdem sie zum Ende der Vorwoche durch die Ankündigung von Amazon, die Biokette Whole Foods Markets kaufen zu wollen (siehe auch Seite 13), unter starkem Abgabedruck standen.
Aus charttechnischer Sicht hat der S&P500 in den vergangenen Wochen einen stabilen Aufwärtstrend ausgebildet, der mittlerweile von einer entsprechenden Trendlinie unterlegt ist. Da der Index nach dem starken Wochenauftakt zugleich das obere Bollinger Band touchierte, muss auf kurzfristige Sicht mit leichten Abgaben gerechnet werden. Beim MACD- sowie beim Stochastik-Indikator hat sich der plötzliche Stimmungswechsel noch nicht niedergeschlagen – entsprechend konnten beiden Indikatoren keine eindeutigen Handelssignale aussenden. Sollte sich die positive Stimmung an den US-Märkten halten, könnte dies zur Ausbildung neuer Kaufsignale führen.Auch wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der amerikanische Aktienmarkt weiter in Richtung der 2500-Punkte-Marke tendiert, bleiben wir sehr vorsichtig und raten weiter von Engagements in den USA ab bzw. empfehlen, gut gelaufene US-Aktienpositionen glatt zu stellen. Nach der jüngsten Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt werden die Unternehmen aus dem S&P500 erstmals seit dem Black Tuesday 1929 wieder mit einem Shiller P/E von über 30 gehandelt – nur während der Dotcom-Blase lag diese Masszahl mit 44 noch deutlich höher. Angesichts dessen scheint eine Neubewertung amerikanischer Aktien mehr als überfällig. Zwar können wir nicht ausschliessen, dass US-Papiere weiter steigen. Dies erhöht lediglich die anschliessende Fallhöhe.
Konklusion:
Auch wenn nach dem starken Wochenauftakt kurzfristig leichte Rückschläge drohen, scheint der Markt die 2500-Punkte-Marke ins Visier nehmen zu wollen. Wir mahnen zur Vorsicht.