Handelskonflikte rücken wieder in den Fokus
US-Präsident Donald Trump hat den amerikanischen Anlegern zum Auftakt ins Jahresfinale 2019 eine böse Überraschung überreicht. Per Twitter kündigte Trump an, wieder Zölle auf Stahl und Aluminium aus Argentinien und Brasilien zu verhängen. Die Zölle sollen „unverzüglich“ eingeführt werden, womit die Angst vor einer erneuten Eskalation in den von den USA weltweit geführten Handelskriegen kurzfristig erneut die Oberhand gewinnt. Er begründete den Schritt mit der „massiven“ Abwertung der brasilianischen und argentinischen Landeswährungen. Das sei nicht gut für die US-amerikanischen Landwirte. Man kann und muss diese Entscheidung auch im Zusammenhang mit dem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf betrachten. Trump versucht, die Stimmen der US-Landwirte für sich zu gewinnen, die in den vergangenen Monaten unter starken Druck standen. Die Ankündigung und der Verweis auf Brasilien und Argentinien ist ein wahlkampftaktischer Schachzug, um von dem Fakt abzulenken, dass Trump mit seinem Handelskrieg gegen China der eigentliche Verursacher der Krise in der amerikanischen Landwirtschaft ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die Handelsgespräche zwischen den USA und China auch aufgrund der durch die USA erlassenen „Hongkong-Gesetze“ ins Stocken geraten sind. Medien berichten erneut von Verzögerungen bei den Gesprächen. Und als ob nicht alles schon schlecht genug wäre, überraschten einige vorlaufende Stimmungsindikatoren negativ. Der ISM-Indikator fiel im November wieder in Richtung seines im Spätsommer erreichten zehnjährigen Tiefstands.
Unsere Marktprognosen
Auch wenn sich das Stimmungsbild kurzfristig etwas eingetrübt hat, so dürfte es sich jedoch nur um einen kurzfristigen Rückschlag handeln. Anleger sollten sich jedoch der Risiken bewusst bleiben: Wir warnen seit Wochen vor der Unbeständigkeit und Unberechenbarkeit des US-Präsidenten in Handelsfragen. Vor diesem Hintergrund sehen wir derzeit keinen erhöhten Handlungsdruck. Wir erwarten neue Rekordmarken im Dezember. Allerdings sollten Anleger die politische Entwicklung zwischen den USA und China im Auge behalten. Denn drohen die Verhandlungen komplett zu scheitern, dürfte es an den Märkten weltweit zu massiven Verwerfungen kommen.
Konklusion:
Wir orten noch keinen erhöhten Handlungsdruck. Investierte Anleger sollten die kurzfristige Konsolidierung aussitzen – derzeit droht die Lage an den Börsen noch nicht nachhaltig zu kippen.