Konjunktursorgen drücken auf die Stimmung
Neuerliche Sorgen über den Zustand der amerikanischen Wirtschaft haben das Handelsgeschehen an der Wall Street an den zurückliegenden Tagen geprägt. Anleger interpretierten die jüngsten Wirtschaftsdaten dahingehend, dass die seit geraumer Zeit anhaltende Schwäche in der amerikanischen Industrie nun langsam auch auf den Dienstleistungssektor überspringt, was die Konjunkturentwicklung deutlich dämpfen könnte.
Der marktbreite S&P500-Index sackte in Folge stark ab und rutschte zeitweise unter den Support im Bereich um 2‘915 Punkte. Positive Daten vom US-Arbeitsmarkt halfen dem Index, den Ausrutscher nach unten aber schnell zu korrigieren. Der S&P500 konnte sich in grossen Schritten wieder oberhalb dieser Unterstützungszone festsetzen. In Folge des kurzfristigen Ausverkaufs war zugleich der Relative Stärke Index stark gesunken und hatte sich mit 35 Punkten einer überverkauften Marktsituation genähert. Die kräftige Erholung zum Ende der vergangenen Handelswoche sorgte jedoch dafür, dass sich der RSI bereits wieder in Richtung der Marke von 50 Zählern bewegte. Die Handelsvolumina blieben in den zurückliegenden Tagen relativ stabil – lagen jedoch zumeist unter dem Durchschnitt der vergangenen 20 Handelstage. Wir interpretieren diese leichte Zurückhaltung auf Seiten der Anleger dahingehend, dass sich zahlreiche Investoren im Vorfeld der langsam anlaufenden Q3-Berichtssaison in Deckung begeben haben und abwarten, was nun zahlenmässig kommt. Da die Erwartungen vergleichsweise tief sind, könnten zahlreiche Unternehmen positiv überraschen.
Unsere Marktprognosen
Aktuell rückt wieder einmal der Handelskrieg zwischen den USA und China in den Fokus. Nach der Eskalation im Sommer steht nun die Wiederaufnahme der Gespräche auf der Agenda. Allerdings befürchten zahlreiche Marktteilnehmer, dass nicht nur auf Seiten der USA, sondern in zunehmendem Masse auch auf Seiten Chinas die Kompromissbereitschaft gesunken ist. Dennoch stehen u.E. die Chancen nicht schlecht, dass zumindest Teillösungen gefunden werden können, welche den Konflikt entspannen. Vor allem Präsident Donald Trump braucht mit Blick auf die startende heisse Phase des US-Präsidentschaftswahlkampfes Erfolge, welche er seinen Wählern präsentieren kann. Jeder Fortschritt in diesem Konflikt dürfte von der Börse mit Applaus quittiert werden.
Konklusion:
Die Chancen auf eine Jahresendrallye sind intakt. Positive Überraschungen bei der Q3-Berichtssaison und neue Entspannungssignale im Handelskrieg dürften zu steigenden Kursen führen.