
Höhere Risikoneigung könnte sich auszahlen
Unspektakulär – so liess sich die zurückliegende Handelswoche an der US-Börse in New York wohl am treffendsten beschreiben. Der marktbreite Aktienindex S&P500 konnte in den vergangenen Tagen zwar zuvor verloren gegangenes Terrain zurückerobern, ein Ausbruch nach oben, welche neue, kräftige Kaufsignale generieren würde, blieb jedoch aus. Die Handelswoche in den USA war aufgrund eines Feiertags in den USA am 2. September verkürzt. Der Index bewegt sich nach wie vor in einem gut 120 Punkte breiten Band, welches nach oben durch den Widerstand bei 2‘946 und nach unten durch den Support bei 2‘822 Zählern begrenzt ist. Allerdings steht der gegenwärtige Frieden an der Börse auf einem brüchigen Fundament. Vor allem US-Präsident Donald Trump bleibt mit seiner verwirrenden Strategie im Handelsstreit mit China der vielleicht grösste Unsicherheitsfaktor. Ein Tweet des Präsidenten, in dem er wieder einmal eine weitere Verschärfung des Konfliktes ankündigt, kann die Stimmung an der Börse jederzeit kippen lassen. Insgesamt erscheint uns die Stimmung unter den Anlegern gegenwärtig übertrieben pessimistisch. Denn die harten Daten signalisieren derzeit zwar eine Abflachung der amerikanischen Konjunktur. Eine Rezession ist auf Grundlage der Daten aber noch nicht in Sicht. Zugleich ziehen sich zahlreiche Anleger aus dem Aktienmarkt zurück. In der vergangenen Woche hätten Investoren nach Daten des Informationsanbieters EPFR USD 7.6 Milliarden aus Aktienfonds abgezogen.
Unsere Marktprognosen
Unseres Erachtens ist die Stimmung der Anleger schlechter, als es die zugrundeliegenden Daten rechtfertigen. Wir halten es entsprechend mit einer alten Börsenweisheit: „Sell in May. But remember to come back in September“! Es könnte sich daher auszahlen, wieder stärker ins Risiko zu gehen – eine Jahresendrallye könnte den Aufwärtstrend zu Beginn des Jahres erneut lancieren. Die US-Notenbank Fed könnte an der kommenden Zinssitzung die Initialzündung dafür liefern.
Konklusion:
Die Hektik, welche die vorangegangenen Handelswochen prägte, scheint sich zu legen. Das Terrain für eine Jahresendrallye könnte damit vorbereitet werden.