
Aufschwung steht auf einer dünnen Basis
Während sich in Europa die Probleme auftürmen, scheint auf dem Schweizer Börsenparkett langsam neue Zuversicht einzuziehen. Mittlerweile notiert der Schweizer Leitindex sogar über 1% über dem Stand am britischen Wahltag (23.06.2016). Aus charttechnischer Sicht könnte der Index seine jüngste Aufwärtsbewegung noch fortsetzen. Einerseits hat der Index zum oberen Bollinger Band noch etwas Luft – sollte der Index diese Marke in den nächsten Tagen jedoch touchieren, müssen sich Anleger auf Rückschläge einstellen. Zum anderen befindet sich die nächste stärkere Widerstandslinie erst im Bereich um 8‘200 Punkte. Allerdings steht der Aufschwung auf einer vergleichsweise dünnen Basis – die Handelsvolumen sind weiter tendenziell schwach. Auffällig ist, dass die Volumina tiefer werden je höher der SMI tendiert. Den Anlegern fehlt in der Breite die Zuversicht, dass die Probleme in Europa ohne grössere Schwierigkeiten überwunden werden können. Wie wir aus einigen Handelsabteilungen hören, sind derzeit vor allem auch ausländische Investoren die kurstreibenden Teilnehmer. So gingen in den vergangenen Handelstagen grosse ausserbörsliche Blöcke Schweizer Schwergewichte um. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass auch ausländische Investoren vor allem eines suchen: Sicherheit.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Während sich in Europa die Probleme auftürmen, scheint der Schweizer Aktienmarkt unbeeindruckt davon zu sein. Wir führen den jüngsten Anstieg auf das deutlich gestiegene Sicherheitsbedürfnis der Investoren zurück. Attraktive Dividenden, eine gute Visibilität des Geschäftsganges und eingeleitete Kostensenkungsmassnahmen sind derzeit die besten Kaufargumente. Kurzfristig dürfte dies die Aktienkurse in der Schweiz weiter antreiben. Allerdings sollten die Probleme in Europa nicht unter den Teppich gekehrt werden – sie werden auch die Schweizer Unternehmen belasten. Wir erhoffen uns von der startenden Berichtssaison Hinweise darauf, wie die Unternehmen in die mittelfristige Zukunft blicken. Bis dahin halten wie jedoch an unserer neutralen Gewichtung von Schweizer Aktien fest.
Konklusion:
Angesichts der Probleme in Europa sehen wir derzeit bei Schweizer Aktien keinen Handlungsbedarf. Wir warten die Berichtssaison ab, bevor wir eine Neueinschätzung wagen.