
Der Schweizer Leitindex hat die nächste Hürde auf dem Weg zum Allzeithoch erfolgreich überwunden. Der Swiss Market Index übersprang in der zurückliegenden Berichtswoche die Marke von 9‘300 Zählern, womit das Allzeithoch aus dem Jahr 2007 nur noch wenige Prozentpunkte entfernt liegt. Am 01. Juni 2007 schloss der SMI bei 9‘531 Punkten – ein Niveau, welches auf Schlusskursbasis seitdem nicht mehr erreicht wurde. Am 04. Juni 2007 konnte der Leitindex im Handelsverlauf zwar sogar bis auf 9‘548 Zähler steigen, bevor eine Verkaufswelle den Markt ergriff. Aus charttechnischer Sicht gibt der Swiss Market Index ein robustes Bild ab. Sowohl der MACD- als auch der Stochastik-Indikator deuten derzeit keine grundlegende Trendwende an, auch wenn die Aufwärtsdynamik nach den starken Vorwochen nun etwas abnehmen dürfte. Das Aktienkursbarometer hat sich zudem wieder etwas vom oberen Bollinger-Band entfernt, womit kurzfristige Rückschläge zwar nicht ausgeschlossen werden können, aber der unmittelbare Verkaufsdruck doch geringer geworden ist. Ein Wermutstropfen bleiben die schwachen Handelsvolumina, die auch in der zurückliegenden Berichtswoche keine Belebung verzeichneten. Die Volumina liegen derzeit nicht nur unter dem Durchschnitt der letzten 20 Handelstage, sondern befinden sich auch auf deutlich tieferem Niveau als im Frühjahr 2017 oder in der vergleichbaren Vorjahresperiode. In den Vorwochen vor den US-Präsidentschaftswahlen im November 2016 lagen die Handelsvolumina zeitweise doppelt so hoch wie aktuell. Dies lässt unseres Erachtens zwei Interpretationsspielräume offen: 1. Die Anleger haben sich frühzeitig positioniert und setzen angesichts der guten Rahmenbedingungen auf eine Buy-and-Hold-Strategie. 2. Viele Anleger trauen der Entwicklung an der Börse nicht und halten sich weiter an der Seitenlinie auf.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Wir bleiben über den gesamten Zeithorizont für Schweizer Aktien zuversichtlich. Dies sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Druck nach der starken Performance in den vergangenen Wochen gross ist. In den Aktienkursen sind mittlerweile hohe Erwartungen eingepreist. Entsprechend wird es entscheidend sein, dass die Q3-Zahlen die Erwartungen erfüllen, bzw. sie müssten sogar etwas besser ausfallen, um dem Markt nochmals Rückenwind geben zu können.
Konklusion:
Wir bleiben für Schweizer Aktien zuversichtlich. Allerdings drohen nun Rückschläge. Sollten einzelne Unternehmen mit den Q3-Zahlen enttäuschen, muss mit deutlichen Reaktionen gerechnet werden.