
Ausverkauf kennt scheinbar keine Grenzen
Auch die Schweizer Börse ist gegen die Coronavirus-Panik nicht immun. Der Ausbruch von Covid-19 zunächst in Italien und später auch in der Schweiz und anderen europäischen Ländern hat zu panikartigen Verkaufswellen am Schweizer Aktienmarkt geführt. Der SMI verlor binnen gut zwei Handelswochen mehr als 1‘000 Punkte und rutschte erstmals seit Oktober 2019 wieder unter die runde Marke von 10‘000 Zählern. Der SMI riss während dieser regelrechten Kursimplosion zahlreiche Widerstände und durchbrach zugleich die charttechnisch wichtige 200-Tage-Durchschnittslinie. Vor allem Letzteres wiegt in der Regel schwer. Denn der Bruch dieser Marke signalisiert eine mittelfristige Trendumkehr – im aktuellen Fall nach unten. Aufgrund der Einzigartigkeit der aktuellen Marktsituation würden wir den Bruch der 200-Tage-Linie jedoch nicht überinterpretieren. U.E. dürfte die Charttechnik angesichts der jüngsten Korrekturbewegung an die Grenze ihrer Aussagefähigkeit gestossen sein. Umso aussagekräftiger erscheint uns hingegen der Relative Stärke Index, der sich zwischenzeitlich auf knapp 20 Punkte reduziert hatte – dies signalisiert eine deutlich überverkaufte Marktsituation, welche geradezu nach einer kräftigen Gegenbewegung schreit.
Unsere Marktprognosen
Die Panik am Aktienmarkt scheint langsam abzunehmen. Dies deutet darauf hin, dass sich die Lage langsam normalisieren sollte. Allerdings rechnen wir damit, dass es weiter vergleichsweise volatil am Schweizer Aktienmarkt zugehen wird. Hohe Tagesschwankungen und plötzlich auftretende Kauf- und Verkaufswellen dürften auf kurze Sicht weiter auf der Tagesordnung an der Schweizer Börse stehen. Die jüngsten panikartigen Verkaufswellen haben auch tiefe Spuren in unseren Schweizer Musterdepots hinterlassen – zahlreiche Werte wurden ausgestoppt und wir mussten teilweise schmerzhafte Verluste realisieren. Angesichts der nach wie vor hohen Unsicherheiten behalten wir uns selbst den zwischenzeitlich kompletten Ausstieg als Handelsoption offen. Eine Option, die wir jedoch nur im Extremfall in Betracht ziehen, um grosse Verluste zu vermeiden. Unser Fokus gilt nun einem möglichen Wiedereinstieg, denn von einem Turnaround sind wir überzeugt – das richtige Timing wird jedoch entscheidend sein. Daher gilt es trotz vorherrschender Weltuntergangsstimmung, weiterhin einen kühlen Kopf zu bewahren. Geduld ist gefragt, denn keiner weiss, wie lange die Bären noch Überhand haben, bevor die Bullen wieder übernehmen.
Konklusion:
Anleger sollten einen kühlen Kopf bewahren. Die Weltuntergangsstimmung an der Börse wird bald verfliegen. Wir bereiten uns auf die „post-apokalyptische“ Börsenrallye vor!