
SMI verzeichnete den grössten Tagesverlust seit langem
Die verstärkte Verbreitung des Coronavirus in Norditalien hat am Schweizer Aktienmarkt zum Wochenauftakt ein regelrechtes Kursmassaker verursacht. Der Swiss Market Index verlor im Verlauf des ersten Handelstags der laufenden Woche fast 500 Punkte oder mehr als 4%. Wichtige Indikatoren sackten im Gleichklang ab. So rutschte der Relative Stärke Index von etwas weniger als 70% vor Wochenfrist auf 32 Zähler ab. Damit scheint der Markt bereits einen Grossteil seines Abwärtspotenzials ausgeschöpft zu haben. Indexstände bei 30 und weniger Zählern signalisieren eine „überverkaufte“ Marktsituation, was für einen baldigen Stimmungsumschwung spricht. Dass der SMI im Zuge des jüngsten Ausverkaufs den mittelfristigen Aufwärtstrendkanal nach unten hin durchbrochen hat, erscheint uns gegenwärtig weniger problemtisch. Der Index dürfte aus technischer Sicht nach unten durch verschiedene Supportzonen gut abgesichert sein. Grundsätzlich wäre selbst ein Einburch auf 10‘250 Punkte gegenwärtig zwar schmerzhaft, würde aber noch keine grundlegende Trendwende bedeuten. An dieser Marke verläuft gegenwärtig die 200-Tage-Durchschnittslinie. Erst wenn der SMI diese nach unten durchbrechen würde, müsste man von einer grundlegenden Trendwende sprechen, welche auf mittelfristige Sicht weiter sinkende Notierungen signalisiert.
Unsere Marktprognosen
Der Coronaschock sitzt tief. Die Unsicherheit, ob der Virusausbruch Europa ähnlich stark treffen wird wie China, drückt die Stimmung an den Börsen massiv. Wir bleiben jedoch optimis-tisch. Die Zahlen für das erste Quartal – so viel scheint heute schon sicher zu sein – werden sowohl auf makroökonomischer Ebene als auch von Seiten der Unternehmen wahrscheinlich katastrophal ausfallen. Dies, sofern das Virus in den kommenden Wochen eingedämmt werden kann, sollte jedoch nur ein temporär Effekt sein, welcher durch überdurchschnittliche Wachstumsraten in den Folgequartalen wieder wettgemacht werden kann. Zudem erwarten wir ein entschiedenes Handeln seitens der grossen Notenbanken sowie der Regierungen – in Form von Konjunkturprogrammen, um die Wirtschaft zu stützen. Wir bleiben vorerst investiert, werden bei Erreichen unserer Stop-Loss-Limiten aber sofort reagieren.
Konklusion:
Wir erwarten, dass sich die Lage am Schweizer Aktienmarkt in den kommenden Tagen wieder beruhigt. Nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird. Die Panik vor dem Virus erscheint uns übertrieben!