
Im Swiss Market Index kommt angesichts des jüngsten Sell-Offs Alarmstimmung auf. Der Schweizer Leitindex rutschte jüngst aus dem Seitwärtstrendkanal, in dem sich der SMI in den vergangenen gut vier Monaten bewegt hatte. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Markt nochmals das Jahrestief bei 8‘465 Punkten (Intraday) testen könnte. Sowohl der MACD- als auch der Stochastik-Indikator deuten an, dass sich die jüngste Abwärtsbewegung noch fortsetzen dürfte. Beide Indikatoren bildeten jüngst markante Verkaufssignale aus, die wenig Gutes verheissen. Auch der RSI lässt darauf schliessen, dass der Ausverkauf noch nicht abgeschlossen ist. Der Relative Stärke Index notiert derzeit bei 34 Punkten und hat damit noch Raum nach unten. Dass es in den kommenden Wochen richtig ungemütlich werden könnte, signalisiert derzeit auch die 50-Tage-Durchschnittslinie. Diese mittelfristige Trendlinie hat sich jüngst der 200-Tage-Durchschnittslinie angenähert. Sollte die 50-Tage-Linie unter die 200-Tage-Linie abrutschen, hätte der Index ein sog. Todeskreuz, ein „Death Cross“, ausgebildet – ein charttechnisch starkes Verkaufssignal. Letztmals bildete der SMI Ende März dieses Jahres eine solche Formation aus. Damals konnte der Markt zwar kurzfristig nochmals Luft holen, sackte dann bis Mitte des Jahres aber kräftig ab.
Unsere Marktprognose
Sollte der SMI in den kommenden Tagen das bisherige Jahrestief nachhaltig unterschreiten, springen die Börsenampeln auf rot. Zwar weist der Swiss Markt Index knapp unterhalb der Marke von 8‘300 Punkten eine leichte Unterstützung auf. Diese dürfte aufgrund des hohen Abgabedrucks aber nicht sehr widerstandsfähig sein. Im schlechtesten Fall könnte der Index in den kommenden Wochen nachhaltig unter die 8‘000er Marke absacken. Angesichts der trüben Aussichten gilt es, das Risikoexposure in den Depots zu reduzieren, gesetzte Stop-Loss-Limiten strengstens umzusetzen und den Cash-Bestand hochzuhalten. Neu-Investments drängen sich gegenwärtig nicht auf – auch wenn die Aktienbewertungen mittlerweile sehr attraktiv sind.
Konklusion:
Der Markt braucht dringend neue Kaufimpulse, die gegenwärtig wohl nur von der amerikanischen Notenbank und der EZB ausgelöst werden können. Bleiben diese aus, drohen dem Markt weitere, unruhige Zeiten.