
Der Swiss Market Index hat in den zurückliegenden gut zwei Wochen einen Kurseinbruch von zwischenzeitlich fast 600 Indexpunkten hinnehmen müssen. Steigende Zinsängste, Brexit, die italienische Haushaltspolitik, die Schwellenländerkrisen, der steigende Ölpreis und der Handelskonflikt zwischen den USA und China haben die Anleger regelrecht aus dem Markt getrieben. Die starken Verkaufssignale, die der MACD- sowie der Stochastik-Indikator in den vergangenen Tagen ausgebildet haben, widerspiegeln diese Entwicklung deutlich. Der vollständige Stochastik-Indikator deutet mittlerweile aber eine Beruhigung der Lage an. Noch können wir dies aber nicht als Ausbildung eines neuen Kaufsignals werten. Erstaunlicherweise entwickelten sich die Handelsvolumina in den zurückliegenden Tagen stabil – lediglich gegen Ende der Vorwoche schossen die Volumina kurzzeitig in die Höhe. Ansonsten blieben diese stabil – ein drastisch erhöhter Verkaufsdruck konnten wir von dieser Seite entsprechend nicht registrieren. Von Panik oder einem massiv erhöhten Angstniveau auf Seiten der Anleger kann daher nicht gesprochen werden. Leichte Entwarnung gab es zuletzt auch vom Relative-Stärke-Index (RSI). Dieser bildete sich in Folge des Ausverkaufs massiv zurück und sackte bis in den Bereich unterhalb der 30-Punkte-Marke ab, wo gemäss Lehrbuch eine „überverkaufte“ Marktsituation zu beobachten ist. Vor diesem Hintergrund erscheint uns das weitere Abwärtspotenzial des SMI beschränkt. Eine technische Gegenbewegung scheint somit wahrscheinlich, zumal der Index trotz der massiven Verluste nicht aus dem kurzfristigen Abwärtstrendkanal nach unten hin ausgebrochen ist. Dementsprechend könnte die untere Trendbegrenzung als Basis für eine Aufwärtsbewegung in den kommenden Tagen dienen.
Unsere Marktprognosen
Das charttechnische Bild des SMI ist nach dem jüngsten Absturz unwidersprochen angeschlagen. Wir sind jedoch überzeugt, dass dies nur ein kräftiges Ausatmen des Marktes war und wir weiter auf eine ansehnliche Jahresendrallye zusteuern. Zwar können neuerliche Rückschläge nicht ausgeschlossen werden. Sollte die anstehende Q3-Berichtssaison jedoch überzeugen und die Ausblicke der Unternehmen verhalten optimistisch ausfallen, könnte dies die Basis für wieder deutlich steigende Notierungen sein.
Konklusion:
Wir sehen in den jüngsten Verkaufswellen keine grundlegende, negative Trendwende. In den kommenden Wochen sollten die Verluste wieder eingedämmt werden, sofern die Berichtssaison nicht enttäuscht.