
Im Sog der türkischen Währungskrise sind die Aktienkurse im Schweizer Leitindex SMI kurzzeitig massiv unter Druck geraten. Der Ausverkauf führte dazu, dass der Swiss Market Index zuletzt wieder unter die charttechnisch wichtige 200-Tage-Durchschnittslinie gerutscht ist, was sich dank einer allgemeinen Beruhigung an den Märkten jedoch als Fehlsignal herausstellte. Der Swiss Market Index konnte jüngst die 200-Tage-Durchschnittslinie zurückerobern, was unseres Erachtens neues Aufwärtspotenzial freisetzen sollte. Im Idealfall sollte der SMI nun wieder das Hoch von Anfang August bei 9‘200 Zählern in Angriff nehmen. Sollten die Marktbullen auch den dortigen Widerstand überwinden, wäre der Weg auf 9‘300 bis 9‘350 Punkte frei. Sowohl der MACD- als auch der Stochastik-Indikator signalisieren gegenwärtig, dass die Chance für eine Fortsetzung des jüngsten Aufwärtstrends gut steht. Bei beiden Masszahlen zeichnet sich die Ausbildung eines kräftigen Kaufsignals ab. Gemessen am Relative-Stärke-Index hätte der SMI noch genügend Luft nach oben, um kurz- bis mittelfristig wieder auf den Stand zum Jahresanfang zurückzukehren. Der RSI notiert bei steigender Tendenz aktuell bei 55 Zählern, womit er sich noch deutlich unter einer überkauften Marktsituation bewegt. Diese wäre erst im Bereich von 70 Punkten und mehr erreicht.
Unsere Marktprognosen
Kurzfristig weist der SMI eine ansprechende Aufwärtsdynamik auf, die dazu führen könnte, dass der SMI die im bisherigen Jahresverlauf verzeichneten Verluste gegen Null korrigieren kann. Allerdings bleibt der Schweizer Aktienmarkt – ähnlich wie der Euro- und der US-Aktienmarkt – für markante Rückschläge anfällig. Der unberechenbare US-Präsident bleibt mit seinem Twitter-Gepolter das grösste Risiko für die weitere Marktentwicklung. Mittel- bis langfristig wird entscheidend sein, ob der Handelskonflikt zwischen den USA und China vor den Zwischenwahlen in den USA im November beigelegt oder zumindest deutlich entschärft werden kann. Dies dürfte eine Initialzündung für eine nach wie vor mögliche Jahresendrallye sein.
Konklusion:
Kurzfristig weist der SMI ein ordentliches Aufwärtspotenzial auf, wodurch die Verluste im SMI im bisherigen Jahresverlauf weiter reduziert werden sollten.