
Der Swiss Market Index hat in der zurückliegenden Berichtswoche die Erholungsbewegung der Vorwochen fortsetzen und die im Jahresverlauf erlittenen Verluste reduzieren können. Nachdem der Index Anfang Juli zunächst die kurzfristige Abwärtstrendlinie nach oben hin durchbrechen konnte, setzte der SMI seine Aufwärtsbewegung in grossen Schritten fort. Zwar sackte der Index kurzfristig auf den Support bei 8‘750 Punkte ab, aber nur um neuen Schwung zu holen und die mittelfristige Abwärtstrendlinie zu überspringen. Kurzfristig dürfte der Index nun aber in eine leichte Korrekturphase einschwenken. Einerseits touchierte das Aktienkursbarometer jüngst das obere Bollinger Band, was gemäss Lehrbuch und der jüngeren Kurshistorie für eine leichte Konsolidierung des Swiss Market Index spricht. Damit dürfte der nachhaltige Sprung über die charttechnisch wichtige 200-Tage-Durchschnittslinie abermals nicht gelingen. Damit würde sich das insgesamt nach wie vor trübe charttechnische Gesamtbild nicht aufhellen. Im Gegenteil: Dass der Index diese wichtige Marke nicht einnehmen konnte, macht kurzfristige, markante Kursverluste sehr wahrscheinlich.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Wir halten die jüngste Erholung am Schweizer Aktienmarkt für nicht nachhaltig und rechnen auf mittelfristige Sicht mit neuerlichen Kursverlusten. „Solange die Musik spielt, muss man aufstehen und tanzen“, soll der ehemalige Chef der Citigroup, Chuck Price, kurz vor Ausbruch der letzten Finanzkrise gesagt haben. Nun, wir hören angesichts des eskalierenden Handelskrieges zwischen den USA und China/Europa keine Musik mehr – es herrscht Totenstille. In China machen sich die negativen Effekte der amerikanischen Schutzzollpolitik bereits bemerkbar (siehe auch Seite 15). Durch die enge, globale Vernetzung wird dies negative Folgen für Unternehmen auch in Europa, in der Schweiz und in den USA haben. Wir fordern Sie entsprechend nicht mehr zum Tanz auf, sondern empfehlen Ihnen, die Gewinne zu sichern und die Risiken zu minimieren. Erst eine deutliche und nachhaltige Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China/Europa könnte das Börsenumfeld wieder deutlich aufhellen. Doch davon ist gegenwärtig nichts in Sicht. Unseres Erachtens ist die Gefahr einer globalen Rezession durch die geplante Ausweitung der US-Schutzzölle auf chinesische Produkte deutlich gestiegen.
Konklusion:
Neu-Investments drängen sich angesichts der wachsenden Unsicherheiten derzeit nicht auf. Im Gegenteil scheint die Gefahr neuerlicher markanter Kursverluste gestiegen zu sein.