
Wie gewonnen, so zerronnen – die markante Verkaufswelle, die in der zurückliegenden Berichtswoche über den Schweizer Markt hereingebrochen war, hat die Kursgewinne der vorangegangenen gut vier Wochen ausgelöscht. In Folge des jüngsten Sell-off riss der Swiss Market Index zugleich mehrere charttechnisch wichtige Marken. Gleich zu Beginn der Abwärtsbewegung sackte der SMI erneut unter die 200-Tage-Durchschnittslinie ab. Aus unserer Sicht wiegt dabei aber schwerer, dass der Index diese wichtige Marke zuvor zwar überspringen, aber keine neue Aufwärtsdynamik entfachen konnte. Darüber hinaus durchbrach der Index auch die kurzfristig bedeutende 20-Tage-Durchschnittslinie, was die Abwärtsfahrt des Index zusätzlich beschleunigte und den SMI bis auf das untere Bollinger Band absacken liess. Dort kam es zu einer technischen Gegenbewegung. Sowohl der MACD- als auch der Stochastik-Indikator signalisieren immerhin, dass die Verkaufswelle mittlerweile den Zenit überschritten haben dürfte, wodurch das weitere kurzfristige Abwärtspotenzial beschränkt sein sollte. Auch der Relative Stärke Index, der sich aktuell bei 39 Zählern befindet – nach 65 Punkten vor gut eineinhalb Wochen – deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck abnehmen sollte. Werte von 30 Punkten und tiefer gelten als überverkaufte Marktsituation.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Der Schweizer Aktienmarkt wird derzeit vor allem durch die Entwicklung in der Eurozone bewegt. Vor allem das politische Chaos in Italien hat den Schweizer Franken als sicheren Hafen wieder attraktiv gemacht, was zugleich negativ auf den hiesigen Aktienmarkt wirkte. Grössere Kopfschmerzen bereitet uns jedoch die in einigen Wochen startende Berichtssaison für das zweite Quartal. Aufgrund der mittlerweile deutlichen Konjunkturabkühlung in Europa halten wir negative Überraschungen für nicht ausgeschlossen. Zudem könnten die Unternehmen ihre ursprünglich recht positive Sichtweise auf das Gesamtjahr etwas nach unten revidieren. Beides dürfte die Börse in der Schweiz in der Breite belasten.
Konklusion:
Die Stimmung am Schweizer Aktienmarkt hat sich in der zurückliegenden Woche deutlich eingetrübt. Vor allem der wieder erstarkende Franken belastete. Gewinnsicherungen haben Priorität.