
Wie erwartet, folgten auf den misslungenen Versuch, die kurzfristig wichtige 20-Tage-Durchschnittslinie zu Beginn der zurückliegenden Berichtswoche zu überwinden, erneut kräftige Kursverluste. Zum Ende der Vorwoche schloss der Swiss Market Index bei 8‘628 Punkten auf dem tiefsten Niveau seit Ende April 2017. Ausgelöst wurde der erneute Kursverlust durch die Ankündigung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Strafzölle auf Stahl und Aluminium erheben zu wollen. Selbst wenn es dem Index in den kommenden Tagen gelingen sollte, die 20-Tage-Durchschnittslinie, die derzeit im Bereich um 8‘945 Zähler verläuft, erfolgreich einzunehmen, hellt sich das mittelfristige Chartbild noch nicht auf. Denn für eine mittelfristige Trendwende wäre es zwingend nötig, dass der SMI die bedeutende exp. 200-Tage-Durchschnittslinie, die aktuell bei gut 9‘060 Zählern verläuft, erfolgreich überwindet. Die wieder deutlich gedrückte Stimmung am Schweizer Aktienmarkt widerspiegelt sich auch in den MACD- und Stochastik-Indikatoren, die beide in der zurückliegenden Woche ein Verkaufssignal generierten.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Anleger sollten sich auf kurz- bis mittelfristige Sicht nicht von kräftigen Tagesgewinnen blenden lassen: Die Lage am Schweizer Aktienmarkt bleibt aus charttechnischer Sicht schwierig. Solange der SMI die 200-Tage-Durchschnittslinie nicht nachhaltig überwunden hat, bleiben die möglicherweise positiven Kurssignale nur von kurzfristiger Art. Sollte der Index zudem an dieser Hürde scheitern, wäre dies wahrscheinlich erst der Auftakt zu einer längeren Korrekturphase. Insgesamt trüben sich die Aussichten für den Schweizer Aktienmarkt deutlich ein. US-Strafzölle, eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank, erste Signale einer konjunkturellen Abkühlung und der fehlende Spielraum der Notenbanken in Europa könnte auf mittel- bis langfristige Sicht ein für Anleger wenig schmackhaftes Gebräu ergeben. Wir werden in den kommenden Wochen die Entwicklung, vor allem was die Konjunktur betrifft, mit Argusaugen beobachten und stellen uns darauf ein, unsere Anlagestrategie deutlich aktiver zu gestalten. Im schlechtesten Fall waren die jüngsten Kurskorrekturen nur ein Vorgeschmack auf das, was da noch kommen könnte.
Konklusion:
Am Himmel über dem Schweizer Aktienmarkt ziehen die ersten dunklen Gewitterwolken auf. Wir bereiten eine aktivere Depotbewirtschaftung vor.