
Wir bereiten spekulative Trades vor
Der Schweizer Aktienmarkt stand in der zurückliegenden Berichtswoche im Bann der Brexit-Abstimmung in Grossbritannien. Zunächst sorgte ein Umfragehoch der Brexit-Befürworter für einen deutlichen Aufwertungsdruck des Schweizer Franken gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung Euro – im Gleichklang gingen die Aktienkurse in Zürich stark zurück. Das 52-Wochentief von Februar dieses Jahres war nur noch ein Wimpernschlag entfernt. Zu Beginn der Berichtswoche sorgte das tödliche Attentat auf die britische Politikerin Jo Cox Ende vergangener Woche für einen Stimmungswechsel – sowohl bei den Brexit-Umfragen als auch an den internationalen Kapitalmärkten. Die Stimmungsaufhellung unter Schweizer Anleger widerspiegelt sich im Stochastik- als auch im MACD-Indikator – beide Indikatoren deuten derzeit die Ausbildung eines neuen Kaufsignals an, wobei wir dies aufgrund der bestehenden Unsicherheiten bezüglich des Ausgangs des britischen Referendums nicht überbewerten. So schnell und kräftig der Wind in der Berichtswoche gedreht hat, so schnell könnte es bei einem erneuten Stimmungswechsel der britischen Wähler wieder in die Gegenrichtung gehen. Wir halten im Vorfeld der Brexit-Abstimmung an unserer grundsätzlichen konservativen Anlagestrategie fest. Wir haben unsere Positionen mittlerweile eng abgesichert, so dass sich die Verluste im Falle einer Zustimmung der Briten zum Brexit im Rahmen des Erträglichen halten – je nach Niveau haben wir die Stop-Loss-Limits auf 5% bis 15% unter dem aktuellen Kursniveau festgelegt. Zugleich werden wir am Freitag zu kurzfristigen Trades greifen. Behalten die Brexit-Gegner die Oberhand, rechnen wir weltweit – vor allem aber in Europa – mit kräftigen Kursaufschlägen. Entsprechende gehebelte Long-Positionen werden dem Depot kräftig Rückenwind geben. Die grössten Aufwertungschancen sehen wir beim britischen FTSE100, dem deutschen Dax, dem französischen CAC40, dem italienischen FTSE MIB sowie dem spanischen Ibex 35. Auf Titelebene dürften vor allem Werte aus dem Finanzsektor stark gefragt sein. Für den Fall, dass die Briten für den Austritt aus der Europäischen Union stimmen, sind gehebelte Short-Instrumente das Gebot der Stunde. Finanzwerte dürften dann stark leiden.
Konklusion:
Wir werden die Abstimmung nutzen und uns kurzfristig – je nach Szenario – am Markt positionieren. Konservative Anleger sollten die Stop-Loss-Limits nachziehen.