+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Technische Analyse - Eurostoxx50

Kräftige Gegenreaktion auf den Brexit-Ausverkauf
Die europäischen Aktienmärkte haben in der zurückliegenden Berichtswoche den Gegenangriff nach den massiven Verkaufswellen nach der Brexit-Abstimmung initiiert. Aus unserer Sicht handelt es sich bei der jüngsten Erholungsbewegung lediglich um eine technische Gegenreaktion, die weder nachhaltig ist noch eine grundsätzliche Wende zum Positiven darstellt. Während des Ausverkaufs infolge der Brexit-Abstimmung rutschte der Eurostoxx50 bis auf das untere Bollinger-Band ab, um von dort aus nach oben hin abzuprallen. Im Verlauf der Erholungsbewegung scheiterte der Index in der Folge jedoch an der 20-Tage-Durchschnittslinie, was dafür spricht, dass es kurzfristig tendenziell wieder tiefer gehen dürfte. Dass zunehmend auch die Anleger dem kräftigen Aufwärtsschwung nicht trauen, ist an den deutlich zurückgehenden Handelsvolumina während der Erholungsrallye festzumachen. Waren die Umsätze zu Beginn der Erholung noch hoch, sind diese im Verlauf der weiteren Handelstage deutlich zurückgegangen und befinden sich mittlerweile auf dem Niveau unmittelbar vor der Brexit-Abstimmung. Wir sind der Ansicht, dass nach den Irrungen und Wirrungen infolge der Brexit-Abstimmung nun eine Phase der Meinungsbildung unter den Marktteilnehmern einsetzt. Entsprechend werden in den kommenden Wochen Konjunkturindikatoren wahrscheinlich grosse Aufmerksamkeit auf sich ziehen – je nach Entwicklung dieser Indikatoren dürften sich auch die Märkte bewegen. Noch grössere Bedeutung wird jedoch die in wenigen Wochen beginnende Quartalsberichtssaison in Europa haben. Dabei stehen wahrscheinlich weniger die Zahlenwerke an sich im Zentrum, sondern die Ausblicke der Unternehmen nach der Brexit-Abstimmung. Wir gehen davon aus, dass sich die meisten Unternehmen sehr zurückhaltend zum weiteren Jahresverlauf äussern werden und auf die Unsicherheiten, die mit einem Brexit verbunden sind, hinweisen. Ein besonderes Augenmerk sollten Anleger zudem auf den italienischen Bankensektor richten. EUR 360 Milliarden an faulen Krediten schieben die italienischen Banken vor sich her, wovon gut EUR 200 Milliarden auf Schuldner entfallen, die faktisch insolvent sind. Nicht einmal die Hälfte davon wurde bisher abgeschrieben.
Konklusion:
Die Unsicherheiten über die Folgen des Brexit werden anhalten und die Entwicklung an Europas Börsen beeinflussen. Wir halten an unsere Empfehlung, EUR-Aktien unterzugewichten, vorerst fest.