
Nach dem starken Jahresauftakt mit einem Gewinn von über 100 Punkten binnen weniger Handelstage hat sich die Lage an den Börsen in der Eurozone wieder etwas beruhigt. Der Euro Stoxx50 hat sich in der zurückliegenden Berichtswoche zwar oberhalb der Marke von 3‘600 Punkten festgesetzt. Zugleich fehlt derzeit die Dynamik, um weiter nach oben zu tendieren. Wir machen dafür zwei Gründe aus. Einerseits rückt die Berichtssaison in Europa näher. Fast schon traditionell agieren Anleger im Vorfeld etwas zurückhaltender am Aktienmarkt. Andererseits drückt der starke Euro gegenüber dem US-Dollar auf die Stimmung der Anleger. Denn sollte sich diese Stärkephase der europäischen Gemeinschaftswährung fortsetzen, muss mit negativen Auswirkungen auf die europäische Exportindustrie gerechnet werden. Entsprechend drohen an den Aktienmärkten in der Eurozone weitere Verluste, wenn sich die Eurostärke weiter akzentuiert. Die gegenwärtige Bewegung des Euro gründet vor allem auf Spekulationen, wonach die Europäische Zentralbank früher als erwartet ihre Geldpolitik straffen und den Leitzins erhöhen könnte. Wir halten dies jedoch für tendenziell unwahrscheinlich – selbst, wenn die Inflation im Lauf des Jahres die EZB-Zielmarke von 2.0% überschreiten sollte. Die EZB wird bei ihrer geldpolitischen Normalisierung sehr behutsam vorgehen. Die gesamtwirtschaftliche Lage in der Eurozone hat sich in den letzten Monaten zwar deutlich aufgehellt und der Aufschwung steht auf einer breiten Basis. Allerdings ist die Lage mit Blick auf die Entwicklung vor allem in den einstigen Krisenländern nach wie vor fragil. Eine konjunkturelle Abkühlung könnte die für überwunden geglaubte Eurokrise erneut entflammen. Ein Szenario, welches die EZB mit allen Mitteln verhindern wird.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Auch wenn die Eurostärke die Stimmung kurzfristig drückt, bleiben wir optimistisch. Wir rechnen mit einer starken Berichtssaison und ansprechenden Ausblicken von Seiten der Unternehmen. Zugleich dürfte die Stärke des Euro nur temporär sein, bis sich am Markt die Sichtweise durchsetzt, dass die kolportierten Zinserhöhungsspekulationen gegenwärtig eher noch im Reich der Träume anzusiedeln sind. Vor 2019 wird die EZB aus unserer Sicht nicht an der Zinsschraube drehen.
Konklusion:
Wir erachten die Spekulationen über mögliche Zinserhöhungen seitens der EZB als inhaltslos. Wir bleiben für Aktien aus der Eurozone über den gesamten Zeithorizont optimistisch.