
Nach einer kurzen Durststrecke seit Anfang Oktober haben Anleger zu Beginn der aktuellen Handelswoche wieder beherzter zugegriffen. Rückenwind erhalten die Euro-Aktienmärkte derzeit von der laufenden Berichtssaison zum dritten Quartal 2017. Zwar gab es einige negative Ausrutscher – wie zum Beispiel die Gewinnwarnung von Sixt Leasing. In der Summe können die Zahlenkränze für das dritte Quartal 2017 jedoch überzeugen. Die Erlöse und die Gewinne wachsen solide und die Ausblicke sind ansprechend. Nach Einschätzung der Experten von Thomson Reuters Lipper dürften die im Stoxx 600 gelisteten europäischen Firmen ihre Gewinne im dritten Quartal im Schnitt um 5.3% gesteigert haben. Eine hohe Gewinndynamik, die sogar die Erwartungen für die Unternehmen aus dem amerikanischen S&P500-Index übertrifft. Diese sollen ihre Gewinne im dritten Quartal 2017 „nur“ um 4.1% ausweiten können. Die vergleichsweise flache Entwicklung des Euro Stoxx50 in den ersten beiden Oktoberwochen hat zwar beim MACD- sowie beim Stochastik-Indikator Spuren hinterlassen. Jedoch haben sich die kurzfristig ausgebildeten Verkaufszeichen als Fehlsignale herausgestellt. Darüber hinaus signalisieren die gegenwärtig wieder steigenden Handelsvolumina, dass die Anleger dem Aufwärtstrend trauen – es könnte sich ein Kaskadeneffekt nach oben ergeben.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Am Donnerstag (26.10.) wird die Europäische Zentralbank die Öffentlichkeit über ihre weiteren geldpolitischen Schritte informieren. Im Zentrum steht die Frage, wie die EZB mit dem offiziellen Ende der Wertpapierkäufe Anfang 2018 umgeht. Wir gehen davon aus, dass die EZB das Kaufprogramm um mindestens sechs, wahrscheinlich sogar neun bis 12 Monate verlängert. Zugleich dürfte sie das monatliche Kaufvolumen von gegenwärtig EUR 60 Milliarden auf zunächst EUR 40 Milliarden senken. Aus unserer Sicht wird entscheidend sein, ob es EZB-Chef Mario Draghi gelingt, diesen Schritt als Ausdruck der europäischen Konjunkturstärke zu verkaufen. Wir sind überzeugt, dass die Anleger den Schritt der EZB positiv aufnehmen werden.
Konklusion:
Kurzfristig könnte die EZB für einige Verwirrung sorgen. Wir gehen jedoch davon aus, dass das Ende der ultralaxen Geldpolitik als Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs der Eurozone interpretiert wird.