
Gewinnwarnungen verunsichern Anleger
Während der US-Aktienmarkt in der zurückliegenden Berichtswoche seine Rekordjagd fortgesetzt hat, konsolidieren die Aktienmärkte in der Eurozone auf hohem Niveau. Der Euro Stoxx50 hat sich mittlerweile von seinem Ende Juni 2019 erreichten 52-Wochen-Hoch wieder deutlich entfernt und verliess zugleich den Ende Mai ausgebildeten Aufwärtstrendkanal. Sowohl der MACD- als auch der Stochastik-Indikator haben die jüngste Trendwende in Form deutlicher Verkaufssignale bestätigt, wobei vor allem der Stochastik-Indikator nun auf eine Beruhigung der Lage hindeutet. Auch mit Blick auf den Relative Stärke Index (RSI) macht sich Entspannung breit. Der RSI hat sich von dem überkauften Niveau Ende Juni deutlich entfernt, womit auch der unmittelbare Verkaufsdruck auf den Markt abgenommen hat. Auffällig ist zugleich, dass die Handelsvolumina seit Anfang des Monats Juli deutlich zurückgegangen sind. Dies allein auf die aufkommende Ferienzeit zurückzuführen, erscheint uns zu kurz gegriffen. Vielmehr befürchten wir, dass sich Anleger angesichts der steigenden Konjunkturunsicherheiten nach und nach aus dem Markt verabschiedet und die eingefahrenen Kursgewinne mitgenommen haben.
Unsere Marktprognosen
Im Vorfeld der Q2-Zahlen wachsen die Zweifel an der im ersten Halbjahr gesehenen Aktienmarktrallye. Zahlreiche Unternehmen mussten noch vor den Zahlen ihre Erwartungen deutlich zurückschrauben, was die teilweise sehr hohen Aktienbewertungen nicht mehr gerechtfertigt erscheinen lässt. Wir fürchten, dass die globalen Konjunkturrisiken bereits deutliche Bremsspuren in den Zahlen für das zweite Quartal und vor allem in den Unternehmensausblicken hinterlassen werden. Dies erhöht zwar den Handlungsdruck auf die Europäische Zentralbank. Ob EZB-Chef Mario Draghi allerdings einen neuen „What ever it takes“-Moment zu schaffen vermag, erscheint aber ehr unwahrscheinlich, wenn auch nicht ausgeschlossen. Der Ausblick auf die kommenden Wochen an den europäischen Aktienmärkten fällt mittlerweile gedämpft aus.
Konklusion:
Die konjunkturellen Unsicherheiten sind im Vorfeld der Q2-Berichtssaison deutlich gestiegen. Der Handlungsdruck auf die EZB steigt mit jeder Gewinnwarnung deutlich.