
Der Euro Stoxx50 hat in der zurückliegenden Berichtswoche erste Lebenszeichen nach dem Sell-off im Oktober ausgesendet. Ausgehend vom Tagestief am 26. Oktober bei 3‘090 Punkten konnte der Index bis zum Tageshoch am 2. November über 120 Zähler zulegen. Dass der Index jüngst die 20-Tage-Durchschnittslinie erfolgreich zurückerobern konnte, mag kurzfristig zwar ein positives Signal sein. Gesamthaft bleibt die Lage an den europäischen Aktienmärkten jedoch sehr fragil. Auch die Kaufsignale, welche sowohl der MACD- als auch der Stochastik-Indikator jüngst ausgebildet haben, sollten daher nicht überbewertet werden. Denn die Investoren stehen dem gegenwärtigen Treiben an den Börsen äusserst skeptisch gegenüber. Die Handelsvolumina sind im Vergleich zum Vormonat regelrecht eingebrochen. Zur Verdeutlichung: Aktuell liegt das 20-Tage-Durchschnittsvolumina bei 526 Millionen. Zum aktuellen Wochenauftakt lag das Handelsvolumen bei gerade 355 Millionen. Ob die jüngste Aufwärtsbewegung bereits das Ende der Talfahrt ist, erscheint gut möglich zu sein. Denn faktisch wurde noch keines der grossen Probleme, welche die europäischen Aktienmärkte zuletzt belasteten, gelöst. Zumal sich die Konjunktursorgen, neben den Unsicherheiten rund um Italien, Brexit und Handelskrieg USA/China, zuletzt drastisch verschlechtert haben. Das Ifo-Konjunkturbarometer ist zuletzt von 19.6 Punkte auf 6.6 Zähler regelrecht in sich zusammengefallen. Es ist der niedrigste Wert seit Mitte 2016. Die Wirtschaftsforscher des Ifo-Institutes warnen bereits vor unruhigen Zeiten für die europäische Konjunktur. Vor allem in Spanien und Italien verschlechterte sich die Lage am deutlichsten. Spanien droht eine mögliche Ansteckungsgefahr bei einer italienischen Krise. Mit dem zunehmenden Pessimismus steht das Ifo-Institut nicht alleine da. Die Analysten der Deutschen Bank kürzten jüngst ihre Wachstumsprognose für Deutschland für das kommende Jahr drastisch von 1.7% auf nur noch 1.3%. Zugleich verzeichnen unseren Informationen nach deutsche Betriebe erstmals seit dem Jahr 2014 einen Rückgang der Neuaufträge. Wir haben die Beruhigung an den Märkten genutzt und sind wieder etwas stärker ins Risiko gegangen. Auch wenn wir von den Unternehmen, die wir in unser Depot aufgenommen haben, überzeugt sind, ist unser Engagement eher opportunistischer, kurz- bis mittelfristiger Art. Wir setzen bei den Neu-Investments enge Stop-Limits – gut 10% unter dem Einstiegskurs und ziehen diese entsprechend nach. Als erstes Kursziel setzen wir je ein Plus von 10% an.
Konklusion:
Das Konjunkturbild in der Eurozone hat sich deutlich eingetrübt. Zudem ist keines der grossen Probleme gelöst. Wir erhöhen aus rein opportunistischen Gründen unser Engagement in der Eurozone.