+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
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Jahr 2022

Technische Analyse - Euro Stoxx50

Der durch den Streit mit den USA ausgelöste Wertverfall der türkischen Lira hat zu einer Art Schockstarre bei Anlegern in der Eurozone geführt. Der Euro Stoxx50 gab angesichts der Eskalation in der zurückliegenden Berichtswoche zeitweise massiv ab – binnen weniger Handelstage brach der Index um fast 100 Punkte ein. Dabei sind es weder die direkten Folgen für die türkische Wirtschaft, welche die Anleger gegenwärtig fürchten. Sie sorgen sich vor allem vor einer türkischen Finanzkrise, die auf das westeuropäische Bankensystem überspringen könnte. Der Euro Stoxx50 rutschte angesichts dieser Sorgen zuletzt unter die 20- sowie die 200-Tage-Durchschnittslinie, die der Index erst wenige Tage zuvor zurückerobert hatte. Da der Index während der starken Verkaufsphase zugleich das untere Bollinger Band durchbrach, ist eine technische Gegenbewegung oder zumindest eine kurzzeitige Beruhigung jedoch wahrscheinlich. Insgesamt hat sich aus charttechnischer Sicht mittlerweile ein klarer mittel- bis langfristiger Abwärtstrend etabliert. Ausgehend vom Januarhoch, über das Maihoch bis hin zur letzten Kursspitze, hat sich eine kräftige Abwärtstrendlinie etabliert, die unüberwindbar scheint (Trendlinie 1). Noch deutlicher wird dieser Trend, wenn man die Trendlinie bereits auf das Novemberhoch 2017 fixiert und die Kursspitzen im Januar, Mai und Juli ausblendet. In diesem Fall korrigierte der Markt, als er die Marke vor wenigen Tagen touchierte (Trendlinie 2).
Unsere Marktprognosen
Der Markt spielt gegenwärtig eine Ansteckung des westeuropäischen Finanzsektors durch die Währungskrise in der Türkei durch. Auch wenn uns dieses Szenario zum aktuellen Zeitpunkt noch übertrieben erscheint – u.E. wird die europäische Staatengemeinschaft die Türkei trotz aller Ressentiments stützen. Völlig ausgeschlossen erscheint uns das Ansteckungsszenario jedoch nicht.
Wir halten vor dem Hintergrund der weiter zunehmenden Unsicherheiten an unserer defensiven Strategieausrichtung fest. Breit angelegte Investments in europäische Aktien drängen sich derzeit nicht auf. Die Risiken sollten tief gehalten werden.
Konklusion:
Die Marktteilnehmer spielen den Worst-Case durch – eine Finanzkrise in der Türkei springt auf das europäische Finanzsystem über. Noch erscheint uns dies unwahrscheinlich, ist aber nicht ausgeschlossen.