
Angesichts der jüngsten Entwicklungen – sowohl geopolitisch, charttechnisch als auch konjunkturell – stufen wir europäische Aktien kurz- bis mittelfristig von „übergewichten“ auf „neutral“ zurück. Die Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China und die damit verbundene Sorge, dass US-Präsident Donald Trump auch in Richtung EU neue Giftpfeile abfeuern wird, haben die bis Ende vergangener Handelswoche laufende Erholung abrupt gestoppt. Aus charttechnischer Sicht drohen kurz- bis mittelfristig weitere Verluste. Der Euro Stoxx50 sackte in Folge der jüngsten Verkaufswellen erneut unter die kurzfristig wichtige 20-Tage-Linie sowie – und dies fast zeitgleich – unter die mittelfristige 200-Tage-Linie. Beide Ereignisse signalisieren, dass der Verkaufsdruck kurz- bis mittelfristig hoch bleiben wird. Folgt der europäische Leitindex seinen bisherigen Abwärtsmustern, so dürfte der Euro Stoxx50 in den kommenden Tagen noch deutlich abrutschen und das untere Bollinger Band, welches sich derzeit bei 3‘480 Zählern befindet, testen. Auch der MACD- sowie der Stochastik-Indikator deuten an, dass die Aktienkurse an den europäischen Börsen in den kommenden Tagen unter einem erhöhten Abgabedruck stehen dürften.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Zieht US-Präsident Donald Trump seine wichtigsten europäischen Handelspartner und China in einen Handelskrieg, an dessem Ende alle Seiten verlieren? Derzeit wird dieses Szenario zumindest mit zunehmender Intensität auf dem Handelsparkett durchgespielt. Entsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die europäischen Aktienmärkte tendenziell weiter korrigieren. Auch das übrige Aktienmarktumfeld in der Europäischen Union ist derzeit alles andere als freundlich. Die Konjunkturaussichten verdunkeln sich, die politischen Krisenherde (Italien, Brexit, Griechenland) sind weiter nicht gelöst und die Europäische Zentralbank kann nach den jüngsten Aussagen vorerst nicht mehr von der geplanten geldpolitischen Straffung ablassen – ohne ihre Glaubwürdigkeit zu verspielen. Es könnte ein sehr heisser Börsensommer in Europa werden.
Konklusion:
Am europäischen Börsenhimmel türmen sich immer grössere Gewitterwolken auf. Absicherungsstrategien könnten sich in den kommenden Wochen auszahlen.