
Vor wenigen Tagen hat sich beim deutschen Leitindex DAX eine beunruhigende charttechnische Formation ergeben: ein sog. Todeskreuz. Diese Formation ist dadurch gekennzeichnet, dass der gleitende Durchschnitt der vergangenen 50 Handelstage die 200-Tage-Durchschnittslinie nach unten durchbricht. In der Charttechnik gilt eine solche Formation als starkes mittelfristiges Verkaufssignal. Die Idee, die hinter der Interpretation dieser charttechnischen Formation steckt, ist vergleichsweise simpel. Getreu dem Börsen-Motto „The Trend Is Your Friend“ sollten Anleger dem herrschenden Trend folgen. Und der kürzere gleitende Durchschnitt (GD 50) reagiert eben deutlich sensibler auf Trendänderungen als der trägere, längerfristige Durchschnitt (GD 200). Die „Umkehr-Formation“, wenn die 50-Tage-Durchschnittslinie die 200-Tage-Linie nach oben durchbricht, wird als „Goldenes Kreuz“ betitelt und ist ein starkes, mittelfris-tiges Kaufsignal. Während „Goldene Kreuze“ in der historischen Betrachtung als Trend-Indikator überraschend gut funktioniert haben, erwies sich das „Todeskreuz“ das ein oder andere Mal als Fehlsignal. Zuletzt konnte man beim DAX im Sommer 2012 die Ausbildung eines Todeskreuzes beobachten – es passierte aber nichts. Dennoch sollte man das charttechnische Verkaufssignal nicht gänzlich zur Seite schieben. Denn in den vergangenen gut zehn Jahren lieferte das Todeskreuz tatsächlich auch korrekte Signale. Im Januar 2008 konnten Charttechniker die Ausbildung eines Todeskreuzes verzeichnen. Der Dax stand damals bei gut 7‘000 Zählern. Zwar bäumte sich der Markt im Frühjahr 2007 nochmals auf. Bis März 2009 verlor der DAX dann aber fast 50% an Wert. Im September 2015 bildete der DAX das bis dato letzte Todeskreuz aus. Der deutsche Leitindex sackte in der Folge um fast 1‘000 Zähler auf 9‘325 Punkte ab.
Auch wenn sich das Todeskreuz in der Vergangenheit nicht immer als verlässlicher Indikator erwiesen hat, sollten Anleger das jüngst ausgebildete charttechnische Warnsignal dennoch im Hinterkopf behalten. Unseres Erachtens ist die seit Ende Januar 2018 laufende Korrektur aufgrund der Vielzahl an Belastungsfaktoren noch nicht ausgestanden.
Konklusion:
Der DAX hat ein sog. Todeskreuz ausgebildet – ein starkes, mittelfristiges Verkaufssignal n der Charttechnik. Anleger sollten das Warnsignal nicht auf die leichte Schulter nehmen.