Die Konsolidierung an den amerikanischen Aktienmärkten drohen auf die europäischen Börsen überzuspringen. Zwar konnte der Euro Stoxx50 in der zurückliegenden Berichtsperiode das Niveau der Vorwoche halten. Jedoch deutet sowohl der MACD- als auch der vollständige Stochastik-Indikator in Europa kurzfristig auf eine Konsolidierung an den Märkten hin. Beide Masszahlen haben zu Beginn der Berichtswoche kleinere Verkaufssignale ausgebildet. Sollte der Index in den kommenden Tagen die 20-Tage-Linie nach unten hin durchbrechen, so dürfte sich die Abwärtsbewegung beschleunigen und den Euro Stoxx50 bis in den Bereich des unteren Bollinger Bandes, welches derzeit bei gut 3‘350 Zählern liegt, drücken. Allerdings schützen die guten Konjunkturaussichten, der steigende Optimismus der Unternehmen und die Aussicht auf steigende Firmengewinne den Index vor grösseren Rückschlägen – das Rückschlagspotenzial scheint aufgrund dessen tendenziell beschränkt. Etwas überraschend sind die Handelsvolumen in der zurückliegenden Berichtsperiode deutlich gesunken, was darauf hindeuten könnte, dass die Anleger noch vergleichsweise ruhig und besonnen auf die aktuelle Entwicklung an den internationalen Börsen blicken.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Kurzfristig erwarten wir, dass die europäischen Märkte in eine volatilere Seitwärtsphase einschwenken, die tendenziell nach unten gerichtet sein dürfte. Die gute Stimmung in der Wirtschaft und die abnehmenden politischen Risiken dürften die Märkte in der Breite jedoch vor grösseren Rückgängen schützen. Sollte sich die laufende Konsolidierung in den USA kurzfristig in eine ausgewachsene Korrektur ausweiten (nicht unser Basisszenario), so müssen sich auch europäische Anleger auf schmerzhafte Rückschläge einstellen. Mittel- bis langfristig bleiben wir für die europäischen Aktienbösen positiv. Einerseits sind die Aussichten auf steigende Umsätze und Gewinne bei den Firmen noch nicht vollständig eingepreist. Andererseits haben vor allem institutionelle Investoren in den vergangenen Wochen die Liquidität deutlich erhöht. Sobald sich ein erneuter Stimmungswandel andeutet, dürfte diese Liquidität wieder in den Markt fliessen und die Notierungen nach oben treiben.
Konklusion:
Wir rechnen aufgrund fehlender Impulse und der Entwicklung in den USA auch für die europäischen Aktienmärkte mit einer Konsolidierung. Die Gefahr eines Crashes ist jedoch sehr gering.