+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Teamviewer

Der Zahlenkranz für das zweite Quartal konnte sich auf den ersten Blick sehen lassen. Teamviewer konnte die zentrale Kenngrösse Billings, sie beschreibt fakturierte Erlöse, um 45% auf EUR 105.9 Millionen ausweiten. Der Gruppenumsatz stieg um 21% auf EUR 114.7 Millionen. Auch der Kundenstamm ist dank der Pandemie bzw. des landesweiten Lockdown kräftig gestiegen. Ende Q2 zählte Teamviewer 534‘000 zahlende Abonnenten nach 368‘000 am Ende des vergleichbaren Vorjahresquartals. Mittlerweile liegt bei knapp 1‘500 Abos der Vertragsumsatz bei mehr als EUR 10‘000. Auch was die Profitabilität betrifft, kommt das Göppinger Unternehmen voran. Der operative Gewinn auf Stufe Ebitda kletterte in Q2 um 60% auf EUR 57.3 Millionen, woraus sich eine Gewinnmarge von 54% ableiten lässt. Dies ist ordentlich; im Vergleich zu der Margenentwicklung in den Vorquartalen, als diese 60% und mehr betrug, aber eher etwas schwächlich. Unsere These aus Ausgabe 23/2020, wonach der Hype um Teamviewer abebben würde, scheint sich nun im operativen Geschäft niederzuschlagen. Die pandemiebedingte Sonderkonjunktur für das Unternehmen ebbt angesichts der Lockdown-Lockerung und der Rückkehr der Arbeitnehmer an den Arbeitsplatz ab. CEO Oliver Steil räumte ein, dass sich die Nachfrage bereits im zweiten Quartal „auf das übliche Niveau“ eingependelt habe. Auch der Verweis auf eine mögliche zweite Infektionswelle im Herbst/Winter 2020/21 ist u.E. kein Grund, auf einen weiter steigenden Aktienkurs zu setzen. Es scheint so gut wie ausgeschlossen, dass die Regierungen nochmals ähnlich dramatische Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit vornehmen werden. Vielmehr dürfte die Politik dazu übergehen, Lockdown-Massnahmen lokal zu begrenzen, um Corona-Hotspots zu isolieren. Entsprechend dürften nur vergleichsweise wenige Arbeitnehmer im Fall der Fälle zurück ins Homeoffice gehen. Darüber hinaus dürften die Unternehmen nach dem ersten Lockdown noch auf gültigen Nutzungslizenzen sitzen, womit selbst ein zweiter Lockdown nicht zwingend zu einem deutlichen Anstieg der Teamviewer-Nutzerzahl führen dürfte. Darüber hinaus scheint uns die geplante Übernahme von Ubimax recht teuer. Ubimax hat sich auf die Vernetzung von Sensoren und Geräten spezialisiert – die Software des Start-ups ist an betriebswirtschaftlichen Systemen von Anbietern wie SAP angeschlossen, so dass „ein Datenfluss vom Lager bis zum Warenwirtschaftssystem sichergestellt ist“, wie Teamviewer sagt. EUR 136.5 Millionen für Ubimax auf den Tisch – dies entspricht dem 15-fachen des Umsatzes des Start-ups.

Konklusion:
Die Aktie ist weit vorausgelaufen. Die abnehmende Wachstumsdynamik dürfte den Aktienkurs kurz- bis mittelfristig bremsen. Wir halten daher an unserer Verkaufsempfehlung (Ausgabe 23/2020) fest!