
Die Gerüchte über eine angestrebte Fusion von T-Mobile US und dem Wettbewerber Sprint halten sich seit Monaten. Nun scheint neuer Schwung in die Sache zu kommen. Denn nach Informationen vom Handelsparkett haben die beiden Mutterkonzerne der Mobilfunkanbieter einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Die Deutsche Telekom, die gut zwei Drittel der T-Mobile US Anteile hält, und die japanische Softbank, die über 84% der Sprint-Aktien verfügt, sollen sich bezüglich der Bewertung beider Unternehmen angenähert haben. Dies war in den vorangegangenen Gesprächen anscheinend der Hauptknackpunkt, den die involvierten Parteien nicht überwinden konnten. Angeblich soll Softbank mit Blick auf Sprint eine Bewertung nahe des gegenwärtigen Börsenwertes von USD 34 Milliarden akzeptieren. Zuvor sollen die Japaner auf einen deutlich Aufschlag auf die Marktkapitalisierung gepocht haben. Im Gegenzug hat auch die Deutsche Telekom ihre Ansprüche etwas heruntergeschraubt. Sie hatte mit Verweis auf die chronische Gewinnschwäche des viertgrössten Mobilfunkanbieters in den USA auf einen Bewertungsabschlag beharrt. Die Telekom scheint den Gerüchten vom Parkett zufolge nun ebenfalls eine Sprint-Bewertung nahe des Börsenwertes zu akzeptieren, womit eine Grundlage für weiterführende Gespräche gelegt sei. Ein möglicher Deal soll über einen Aktientausch abgewickelt werden. Am Ende dürfte Softbank gut 30% des neuen Unternehmens halten, die Deutsche Telekom 40%. Auch scheint sich ein grundlegender Wandel bei den Japanern abzuzeichnen. Bisher wollte Softbank die Mehrheit halten und den Konzern führen. Nun also soll die Deutsche Telekom die Führung übernehmen und mit dem CEO von T-Mobile US, John Legere, auch den Chef des neuen Unternehmens stellen. Noch befinden sich die Verhandlungen aber in einem vergleichsweise frühen Stadium. Nach uns vorliegenden Informationen gibt es derzeit noch keine Einigung über das Aktientauschverhältnis. Auch sei noch nicht einmal eine genaue Buchprüfung erfolgt. Die wiederaufgerollten Fusionsbemühungen stehen unseres Erachtens in direktem Zusammenhang mit dem neuen Chef der Aufsichtsbehörde FCC. Bisher hatte die Behörde den Fusionsabsichten der beiden Unternehmen eine Absage erteilt. Sie sei schädlich für den Wettbewerb. Mit Ajit Pai sitzt nun aber ein Mann an der Spitze der FCC, der als industriefreundlich gilt und zudem Investitionen in die Netze vorantreiben will und dafür auch Fusionen in Kauf nehmen könnte.
Konklusion:
An der Börse wurden die Spekulationen über eine Wiederaufnahme der Fusionsverhandlungen freundlich aufgenommen. Die Synergien wären enorm. Die Aktie von T-Mobile ist ein Kauf.