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Jahr 2022

Synchrony Financial

Rund USD 500 Millionen hat die Investorenlegende Warren Buffett in die Hand genommen, um sich an der Finanzholding zu beteiligen. Es ist eine Wette auf einen wiedererstarkenden US-Konsum. Denn die Töchter von Synchrony Financial bieten Kreditkarten, Konsumkredite aber auch Kredite für Gesundheitsausgaben an. Das Unternehmen gehörte ursprünglich zur Finanzsparte von GE (GE Capital), die infolge der Finanzkrise nach und nach ausgedünnt wurde. Synchrony Financial wurde vor rund drei Jahren im November 2014 ausgegliedert und an die Börse gebracht. An der Börse herrscht seitdem ein wildes Auf und Ab. Massive Kursschübe und starke Korrekturen haben sich in den vergangenen Jahren regelmässig abgewechselt. Den letzten Höhenflug erfuhr die Aktie zu Beginn des Jahres als der Titel gut 60% über dem IPO-Preis lag. Ende April 2017 folgte dann der Absturz – binnen weniger Handelstage verlor der Titel massiv. Die Aktie rutschte von gut USD 34 auf unter USD 27 ab. Die vorgelegten Zahlen für das erste Quartal konnten die Marktteilnehmer nicht überzeugen. Vor allem höhere Rückstellungen für Kreditengagements belasteten. Eine Entwicklung, die sich im zweiten Quartal fortgesetzt hatte. Allerdings fielen die Zuwachsraten etwas geringer aus. Dass das Management jüngst dennoch an seinen Finanzzielen für das Gesamtjahr festgehalten hat, hat der Aktie jüngst wieder Rückenwind gegeben. Die Logik dahinter: Die Laune der Konsumenten steigt, sie nehmen im Vertrauen in die US-Wirtschaft wieder mehr Kredite auf. Zugleich sinken aufgrund des erhofften Konjunkturaufschwungs die Rückstellungen, wodurch es Synchrony gelingen sollte, den Gewinn überdurchschnittlich stark auszuweiten. Eine riskante, aber durchaus reizvolle Wette – wenn man an eine Wiederbelebung der US-Konjunktur und an Warren Buffett glaubt. Der Einstieg von Buffett dürfte der Aktie in den kommenden Tagen noch etwas Rückenwind geben. Der nächste Katalysator steht dann am 20. Oktober an, wenn Synchrony die Zahlen für Q3 vorlegt. Im Schnitt rechnen die Analysten mit einem Gewinn von USD 0.66 pro Aktie oder USD 525.02 Millionen, was einem Minus von gut 9.5% gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode und einem Plus von 8.2% gegenüber dem Vorquartal entspricht. Die Aktie wird derzeit mit einem KGV von gut 11.7 bewertet, womit der Titel deutlich günstiger ist als Vergleichsunternehmen. Diese werden an den US-Börsen im Schnitt mit einem KGV von über 16.5 gehandelt.
Konklusion:
Wir denken, dass die Synchrony-Aktie kurzfristig noch Luft nach oben hat. Sollten zusätzlich die Quartalszahlen überzeugen, könnte die Aktie schnell in Richtung USD 35 tendieren.