+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Swatch – Halten

Mit einer gesalzenen Gewinnwarnung hat der Uhrenkonzern Investoren und auch uns absolut negativ überrascht. Dass sich das geschäftliche Umfeld für den Konzern im ersten Halbjahr 2016 schwierig gestaltete, war kein Geheimnis. Doch das nun angekündigte Ausmass überrascht negativ. Der Umsatz dürfte in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 12% gesunken sein, beim operativen Gewinn erwartet Swatch einen Einbruch zwischen 50% bis 60% – die dramatischen Rückgänge fallen so hoch aus wie auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise in den Nuller-Jahren. Bisher waren Branchenbeobachter davon ausgegangen, dass zwar auch Swatch gut 6% verlieren würde, sich aber wesentlich besser entwickeln sollte als die Gesamtbranche, womit Swatch trotz des Rückgangs Marktanteile gewonnen hätte. Swatch führt die schwache Performance auf die sehr träge Entwicklung in Hongkong, Frankreich und der Schweiz zurück, wobei sich das Umfeld vor allem in Frankreich nach dem neuerlichen Terroranschlag in Nizza nicht so schnell normalisieren dürfte. Vor allem die wichtigen asiatischen Kunden, die auf ihren Ferientouren durch Europa gerne auch mal eine Swatch-Uhr kaufen, sind sehr auf Sicherheit bedacht. Entsprechend dürften sie nach Nizza und nach dem Militärputsch in der Türkei mitunter ihre Reisepläne für Europa erst einmal auf Eis legen. Dies hatte bereits die Entwicklung des Schweizer Geschäfts im ersten Halbjahr belastet. Wir rechnen zwar mit einer dynamischeren Entwicklung im zweiten Halbjahr – getragen durch eine Konjunkturbelebung in zahlreichen Schwellenländern und den olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro. Dennoch dürfte das Gesamtjahr sehr ertragsschwach ausfallen. Vor allem punkto Margenentwicklung bleiben Fragen, auf die CEO Nick Hayek bald Antworten liefern muss. Auf Grundlage des in Aussicht gestellten Rückgangs von 50% bis 60% ergibt sich unseren Rechenmodellen zufolge eine Marge im einstelligen Bereich. Das ist erschreckend und sollte eigentlich zu umfangreichen Restrukturierungsmassnahmen im Konzern führen. Hayek schränkte jedoch ein, dass er an seinem bisherigen Führungsstil festhalten werde – d.h., dass Swatch darauf bedacht sein wird, die Kapazitäten und das Know-How hoch zu halten, um im Falle eines wieder anziehenden Geschäftes die Margen schnell wieder verbessern zu können. Am 21. Juli (nach Redaktionsschluss) wird Swatch seine detaillierten Zahlen für das erste Halbjahr 2016 veröffentlichen. Wir erhoffen uns, dass der Konzern dann bereits Einzelheiten zu geplanten Restrukturierungen bekannt gibt.
Konklusion:
Wir stufen die Aktie auf „Halten“ zurück. Das Papier notiert zwar so tief wie seit Jahren nicht mehr – ein Einstiegspunkt ist dies angesichts der Unsicherheiten aber nicht.