
Wir hatten die Aktie des Schweizer Uhrenherstellers in Ausgabe 47/2016 von „Halten“ auf „Kaufen“ heraufgestuft – nachdem die Aktie damals die seit August 2016 laufende Erholung nachhaltig bestätigt hatte. Bisher entspricht der Kursverlauf unseren Erwartungen: Gut 10% hat die Aktie seit unserer letzten Empfehlung zugelegt. Wir gehen davon aus, dass das Papier diesen positiven Trend in den kommenden Wochen noch fortsetzen kann.
Einerseits sind die Erwartungen nach wie vor tief. Unsere prognostizierte Ebit-Marge für 2017 sollte nach dem Tiefpunkt im zurückliegenden Geschäftsjahr wieder deutlich anziehen, was das gegenwärtige Kursniveau aus unserer Sicht jedoch nur unzureichend wiedergibt. Zudem wird das Papier mit einem KBV von gerade 1.7 rund 45% unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre gehandelt. Allein diese beiden Punkte sollten eigentlich reichen, um das Papier des Schweizer Uhrenherstellers in einem hellen Licht erscheinen zu lassen.
Darüber hinaus steigt der Optimismus, dass vor allem in Asien die Geschäfts wieder stärker anziehen. So hatte Nick Hayek vor wenigen Tagen in einem Interview gesagt, dass der Anfang des Jahres im Uhren- & Schmuckgeschäft vielversprechend gewesen sei. Vor allem in der Region Asien und speziell in Festlandchina sei dies der Fall gewesen. China ist für Swatch fundamentl, denn der Konzern generiert dort gut 50% des Umsatzes. Sollte sich die positive Trendwende beim Konsum der Chinesen im Lauf des Jahres bestätigen, wird Swatch durch seine sehr gute Positionierung überdurchschnittlich profitieren. Im Vorjahr hatte der Schweizer Uhrenhersteller noch einen Umsatzrückgang um ein Zehntel auf CHF 7.6 Milliarden vermelden müssen. Der Gewinn brach um knapp die Hälfte auf CHF 593 Millionen ein. Die Dividende senkte der Konzern um 10% auf CHF 6.75 je Inhaber- sowie auf CHF 1.35 je Namenaktie. In diesem Jahr soll der Umsatz auf operativer Ebene zwischen 7% bis 9% steigen. Rund 100 bis 120 neue Swatch-Shops sollen in diesem Jahr eröffnet werden, was aus unserer Sicht eine richtungsweisende Entscheidung ist. Denn ein eigenes Filialnetz verspricht mehr Wachstum und höhere Margen – dies zeigt die Entwicklung in anderen Branchen.
Die Analysten der UBS prognostizieren für 2017 ein organisches Wachstum von 5%, schätzen aber gleichzeitig, dass eine Umsatzveränderung von etwa 1% für das EBIT rund 5% bedeuten könnte. Da wir die gegenwärtigen Wachstumsprognosen für konservativ halten und eher ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich erwarten, dürfte die Bewertung der Aktie im Lauf des Jahres deutlich sinken.
Konklusion:
Wir bestätigen unsere Kauf-Empfehlung für die Swatch-Aktie. Wir interpretieren das angestrebte Umsatzwachstum als zu konservativ.