
Vergangenes Jahr war die Elefantenhochzeit von UPC und Sunrise noch am Widerstand von Grossaktionär Freenet gescheitert. Nun der zweite Versuch: Die UPC-Mutter Liberty Media will Sunrise für CHF 110 je Aktie oder CHF 6.8 Milliarden übernehmen. Die Sunrise-Aktionäre freute es: Die Aktie schoss bei Bekanntwerden der Übernahmepläne in Richtung des Übernahmepreises in die Höhe. Zwei Drittel der ausstehenden Aktien müssen angedient werden, wenn der Deal klappen soll. Der Widerstand von Freenet, der den 2019er-Versuch noch ausstoppte, dürfte aktuell eher gering sein. Einerseits dürfte sich der Grossaktionär angesichts des sehr hohen Kaufpreises die Hände reiben. Das Übernahmeangebot weist immerhin einen 32%-igen Aufschlag gegenüber dem Sunrise-Kursdurchschnitt der vorangegangenen 60 Tage auf. Freenet soll sich verpflichtet haben, seinen 24%-Anteil an Sunrise anzudienen. Insgesamt dürfte der Deal fast CHF 1.2 Milliarden in die Kassen von Freenet spülen. Auch von der Wettbewerbsbehörde Weko dürfte dem Deal keine Steine in den Weg gelegt werden. Im vergangenen Jahr winkte die Behörde den geplanten UPC/Sunrise-Deal ohne grössere Auflagen durch. Mit zusammen gut 6 Millionen Verbindungen (Breitband-, TV-, Spach- und Mobilfunkverbindungen) und einem Umsatz von rund CHF 3.1 Milliarden ist UPC/Sunrise noch immer deutlich kleiner als Wettbewerber Swisscom. Die Angebotsfrist für Sunrise-Aktionäre läuft vom 11. September bis zum 8. Oktober, die Nachfrist vom 15. bis zum 28. Oktober. Wir empfehlen, das Angebot angesichts des insgesamt stolzen Übernahmepreises anzunehmen.
Konklusion:
Der Übernahmepreis für Sunrise ist stolz und dürfte nicht nachgebessert werden. Sunrise-Aktionäre sollten das Angebot annehmen.