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Sunrise

Der geplatzt Deal mit UPC führt beim Schweizer Kommunikationsunternehmen Sunrise zu einem – von uns erwünschten – personellen Neustart. CEO Olaf Swantee trat Anfang 2020 per sofort zurück. An seine Stelle rückt der bisherige Finanzchef André Krause. Für ihn übernimmt Uwe Schiller das Amt des CFO. Er ist seit gut 20 Jahren im Unternehmen tätig. Zudem werden sich Verwaltungsratspräsident Peter Kurer sowie sein Vize Peter Schöpfer an der nächsten Generalversammlung nicht zur Wiederwahl stellen. Wer die Lücke schliessen soll, welche Kurer und Schöpfer hinterlassen, ist derzeit noch nicht beschlossen. Vor allem Swantee und Kurer galten als treibende Kräfte hinter der geplanten Übernahme von UPC, welche jedoch auf heftigen Widerstand von UPC-Grossaktionär Freent stiess. Aber auch bei privaten Aktionären konnte Sunrise mit der geplanten Übernahme keine Fantasie entfachen. Einerseits galt der Deal als viel zu teuer und andererseits fehlte auch uns der strategische Sinn dahinter. Eine Übernahme nur der Grösse willen, um an Branchenprimus Swisscom näher zu rücken, hinterliess nicht nur bei uns, sondern bei vielen Aktionären Fragezeichen. Denn das vorrangige Geschäftsmodell von UPC als Kabelnetzbetreiber gilt im Zuge der Digitalisierung der Gesellschaft als Auslaufmodell – der Erfolg von Netflix und Co. macht deutlich, dass vor allem der Content zählt. Auch an den geäusserten Synergien bestanden bei vielen Marktbeobachtern Zweifel. Sunrise-Grossaktionär Freenet sprach sogar davon, dass die Transaktionsbedingungen „wertvernichtend“ seien. Der neue CEO, André Krause, galt zwar als Befürworter der Übernahme, zeigte sich jedoch flexibel als sich ein Scheitern des Deals anbahnte. Gemäss Medienberichten geniesst Krause den Rückhalt von Freenet. Eine strategische Neuausrichtung von Sunrise ist somit vorerst vom Tisch. Vielmehr wird Krause eine Strategie erarbeiten müssen, wie das Unternehmen seine Position am Schweizer Telekommarkt weiter verbessern kann. Eine schwierige Aufgabe: Denn der Markt ist gesättigt, das Wachstumspotenzial gering und der seit Jahren herrschende Verdrängungskampf ist teuer. Aus unserer Sicht werden die Telekom-Unternehmen nicht umhinkommen, neue Geschäftsfelder zu besetzen – und diese können sich nur auf den Content beziehen. Wie es geht, macht die Deutsche Telekom vor, welche sich die Übertragungsrechte für die Fussball-Europameisterschaft 2024 gesichert hat. Eine Entwicklung, welche sich auch die Schweizer Infrastrukturanbieter zum Vorbild nehmen muss. Kurzfristig ist die Personalrochade aus Aktionärssicht positiv. Kurer und Swantee waren nach dem Scheitern des UPC-Deals zu stark „angeknockt“. Jeder ihrer Äusserungen wäre kritisch beäugt worden, wodurch ihr Handlungsspielraum zu eingeschränkt gewesen wäre. Nun also liegt es an Krause, Sunrise in eine neue Epoche zu führen.

Konklusion:
Der Abschied von CEO Swantee und VR-Präsident Kurer ist konsequent und verdient allen Respekt! Nun muss der neue CEO André Krause den Konzern in eine neue Ära führen.