
Der pandemiebedingte wirtschaftliche Stillstand hat das Dentalunternehmen Straumann ausgebremst. Nach Jahren, in denen unser Depotwert regelmässig um 10% – zuletzt sogar eher 20% – wuchs, musste Straumann in Q2 einen Umsatzeinbruch von 37% verbuchen. Damit schnitt das Unternehmen aber immer noch deutlich besser ab als erwartet. Analysten hatten im Schnitt mit einem Erlösrückgang in Höhe von 48% gerechnet. Auch im Vergleich zu den Hauptwettbewerbern schlug sich Straumann überraschend robust in der Krise, womit Marktanteile gewonnen wurden. Dank rascher Krisenmassnahmen konnte der Zahnimplantathersteller zugleich den Gewinneinbruch lindern. Die Ebitda-Marge lag mit 23.3% und die Ebit-Marge mit 16.6% deutlich über den Erwartungen, wobei diese Werte um Sonderfaktoren bereinigt sind. Negativ überraschte unserer Ansicht nach vor allem eine Wertberichtigung in Höhe von CHF 152 Millionen auf Akquisitionen in den vergangenen Jahren. Vor allem das Implantatgeschäft in Indien, einst Hoffnungsträger, entwickelt sich deutlicher träger als erwartet. Die Marktwachstumsperspektiven haben sich für das Geschäft mit Blick auf die kommenden zwei bis fünf Jahre deutlich eingetrübt. Insgesamt hinterliess Straumann aber einen soliden Eindruck, zumal das Unternehmen mit einem Eigenkapitalanteil von 50%, einer Liquidität von CHF 380 Millionen und ungenutzten Kreditlinien in Höhe von CHF 400 Millionen bilanziell sehr solide aufgestellt ist.
Konklusion:
Das Geschäftsumfeld für Straumann bleibt schwierig – auch wenn erste Aufhellungen zu beobachten sind. Wir sind aber überzeugt, dass sich Straumann in einer Post-Corona-Welt gut schlagen wird.