
Die Notenbank steckt im Dilemma
Nach den turbulenten Vorwochen scheint sich die Lage am amerikanischen Aktienmarkt langsam zu beruhigen. Zwar sind die Ausschläge weiter hoch, dennoch hat sich der marktbreite S&P500 in den zurückliegenden gut zwei Wochen in einem vergleichsweise engen Band zwischen 1‘920 bis 1‘950 Zählern aufgefangen. Der Ausbruch aus dem seit Anfang des Jahres ausgebildeten Abwärtskanal, der zugleich auch dem Sprung über die 20-Tage-Durchschnittslinie entsprach, hat dem Index kräftig Rückenwind gegeben. In der Folge stieg der S&P500 in grossen Schritten zurück in den im November vergangenen Jahres ausgebildeten mittelfristigen Abwärtskanals.
Nach dem steilen Anstieg in den vergangenen drei Wochen scheint die Kauflaune der Anleger fürs Erste jedoch erschöpft zu sein. Darauf deuten sowohl der MACD-als auch der Stochastik-Indikator hin – beide statistischen Masszahlen weisen auf eine abnehmende Aufwärtsdynamik hin. Die Handelsvolumen haben sich in den vergangenen zwei Wochen markant zurückgebildet, was aus unserer Sicht dafür spricht, dass die US-Anleger dem Auftrieb an der Börse nicht trauen. Zu gross scheinen die Unsicherheiten, um bereits von einem Ende der Turbulenzen in der Wirtschaft und den Kapitalmärkten zu sprechen.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Auch wenn einige Konjunkturdaten aus den USA und Japan zuletzt positiv überraschen könnten, bleiben die Aussichten weiter trübe. Vor allem die US-Notenbank könnte in ein Dilemma geraten: Denn während die US-Wirtschaft in den vergangenen Monaten deutlich an Schwung verloren hat, scheint nun die Inflation anzuziehen. Die Verbraucherpreise stiegen im Januar im Jahresvergleich um 1.4% an (Dezember: +0.7%). Die Kerninflation betrug 2.2 und befindet sich damit bereits über dem 2%-Ziel der US-Notenbank. Da das Fed den Preisindex CPI nutzt, der aufgrund seiner Berechnung deutlich tiefere Inflationsdaten angibt, hat die Notenbank jedoch Interpretationsspielraum. Insgesamt erwarten wir, dass die US-Märkte in den kommenden Wochen einen Boden ausbilden, der jedoch auf einem dünnen Fundament steht. Die Zahlen für das erste Quartal werden die Richtung an den Börsen stark beeinflussen.
Konklusion:
Während die US-Wirtschaft taumelt, zieht die Inflation urplötzlich an – dadurch kommt die US-Notenbank bezüglich ihres geldpolitischen Weges unter Druck.