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Jahr 2025
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Jahr 2024
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Jahr 2022

Snowflake/Palantir

Wir hatten in Ausgabe 33/2020 auf die Börsengänge der beiden US-Unternehmen Snowflake und Palantir hingewiesen. Unser damaliges Fazit: „James Bond vs. Rosamunde Pilcher, so gestaltet sich der Vergleich von Palantir und Snowflake. Im Kino würden wir die James Bond-Agentenstory favorisieren. An der Börse gefällt uns die vermeintlich etwas langweiligere Pilcher-Story von Snowflake um Längen besser!“ Mittlerweile haben beide Unternehmen ihre Börsenpläne verwirklicht. Während Snowflake ein „klassisches“ IPO mit Bookbuilding durchzog, setzte Palantir auf eine Direktplatzierung. Dabei werden keine neuen Anteilsscheine ausgegeben, sondern lediglich bestehende Papiere von Altaktionären zum Kauf angeboten.

Snowflake: Es war ein glänzendes Börsendebüt, welches das Data-Warehouse-Unternehmen aufs Parkett zauberte. Das 2012 gegründete Unternehmen verkaufte 28 Millionen Aktien und nahm durch den Börsengang fast USD 3.4 Milliarden ein. Der Ausgabepreis lag bei USD 120 über der erwarteten Spanne von USD 100 bis USD 110. Und der erste Handelstag hatte es dann in sich. Die Aktie eröffnete bei USD 245 – ein Plus von mehr als 100% gegenüber dem Ausgabepreis und stieg in der Spitze bis auf USD 319. Der Schlusskurs lag bei USD 254, womit Snowflake mit gut USD 70 Milliarden bewertet wurde. Seitdem hat die Aktie jedoch Mühe, um vom Fleck zu kommen. Unter hohen Schwankungen pendelt der Titel seitdem in einem Band zwischen USD 220 und USD 260. Ist die Aktie nach dem glänzenden Debüt aber noch ein Kauf? Wir denken nicht! Denn auf dem aktuellen Niveau wird die Aktie mit dem 140-fachen des für 2020 erwarteten Umsatzes von rund USD 574 Millionen bewertet. Das ist mehr als nur ambitioniert. Zwar dürften die Erlöse bis 2022 auf fast USD 2 Milliarden anschwellen. Unter dem Strich rechnen Analysten aber weiter mit Verlusten. Wer am Börsengang partizipiert hat, lässt die Gewinne laufen. Neu-Investments drängen sich aber nicht auf.

Palantir: Die Big-Data-Analysefirma konnte vorderhand ebenfalls ein gutes Börsendebüt hinlegen. Gegenüber dem Startpreis von USD 7.25, welche durch die NYSE aufgrund der Aktienverkäufe auf dem Sekundärmarkt festgelegt wurde, schoss die Aktie zeitweise um mehr als 50% nach oben und beendete den ersten Handelstag bei USD 9.50. Dies entspricht einem Anstieg von gut 31%. Auf Grundlage des Schlusskurses wurde Palantir damit mit USD 20.9 Milliarden bewertet, was in etwa jener Bewertung entspricht, welchen Investoren an der letzten Finanzierungsrunde im Jahr 2015 gesetzt hatten. Wer also danach in Palantir investierte, hat keine Rendite erzielt. Das trübt das eigentlich gelungene Börsendebüt. Ist die Aktie damit ein Kauf? Auch bei Palantir raten wir gegenwärtig von Investments ab. Denn unserer Ansicht nach bestehen berechtigte Zweifel, dass das Geschäftsmodell des 17 Jahre alten Unternehmens wirklich tragfähig ist. Zwar wächst der Konzern seit Jahren kontinuierlich im zweistelligen Prozentbereich und dürfte dieses Jahr die Umsatzmarke von USD 1 Milliarde erreichen. Allerdings schreibt das Unternehmen weiter beachtliche Verluste. Zudem verfügt das Unternehmen gerade einmal über 125 Grosskunden, die der Backbone für Palantir sind. Zudem erinnert uns das Geschäftsmodell eher an ein Beratungsunternehmen als an ein innovatives Techunternehmen. Palantir schickt Mitarbeiter zu den Kunden, die Wochen, Monate und manchmal Jahre damit verbringen, die Software vor Ort anzupassen. Daraus resultiert zwar eine hohe Abhängigkeit der Kunden, ob dies aber jedem potenziellen Kunden gefällt, ist doch eher unwahrscheinlich. Und Palantir gibt sich weiter zugeknöpft, was seine Entwicklung betrifft. Das Management stellt lediglich in Aussicht, im kommenden Jahr oberhalb von 30% zu wachsen. Dies bedeutet zugleich, dass die Wachstumsdynamik deutlich abnehmen könnte. Denn im ersten Halbjahr 2020 wuchs Palantir noch um 41%.

Konklusion:
Uns gefällt die Story von Snowflake. Aber die Aktie ist der Realität zu weit vorausgelaufen und ist daher kein Kauf. Bei Palantir haben wir grosse Zweifel, dass das Geschäftsmodell tragfähig ist.