
Seit Dezember 2014 schwelte der Konflikt zwischen Sika, Saint-Gobain und der Schenker-Winkler-Holding – mal heftiger, mal weniger heftig. Überraschend konnten sich die drei Parteien im Gezerre um den Schweizer Bauchemiekonzern Sika nun einigen. Aus Sicht der Publikumsaktionäre war es ein guter Tag. Aber auch Sika und Saint-Gobain können sich die Hände reiben. Die Franzosen erhalten durch den komplexen Deal einen Anteil von mehr als 10% an Sika – zu einem Spottpreis. Zugleich verzichtet der französische Konzern auf die Stimmenmehrheit – und damit auch darauf, Sika voll zu konsolidieren. Sika hat damit wieder die volle Kontrolle und muss keine Störfeuer aus Frankreich mehr fürchten. Die operative Erfolgsstory, die der Konzern in den letzten Jahren geschrieben hat, kann also ungestört fortgesetzt werden. Zudem führt der Kauf eigener Sika-Aktien von Saint-Gobain und die anschliessende Vernichtung zu einer Gewinnverdichtung, was vor allem die bestehenden Aktionäre freuen dürfte. Darüber hinaus will Sika an der GV am 11. Juni eine Vereinfachung der Aktionärsstruktur vorschlagen. Zentral ist die Einführung einer Einheitsaktie. Auf Basis der Inhaberaktien soll dabei das Verhältnis 1 zu 60 betragen. Zudem sollen die 5%-Vinkulierung und das Opting-out abgeschafft werden. Dies waren die Grundvoraussetzungen, weswegen der nun geschlichtete Streit überhaupt so lange vor sich hinwabern konnte. Auch dieser Schritt würde somit mehr Sicherheit für die Zukunft bringen.
Konklusion:
Die Aktie reagierte mit einem Kursfeuerwerk auf die Nachricht und notierte zwischenzeitlich auf einem Allzeithoch. Die Aktie bleibt für langfristig orientierte Anleger ein Kauf.