
Der Bauchemiekonzern hat am jüngsten „Capital Markets Day 2020“ einen positiven Gesamteindruck hinterlassen. Die Erholung im Bausektor hat mittlerweile in der Breite Fuss gefasst, wobei Sika von seiner lokalen Managementstruktur profitiert. Dies hat es erlaubt, schnell und den jeweiligen Marktbedingungen angepasst zu reagieren. Angesichts dessen hält Sika unbeirrt an seinen mittel- bis langfristigen Zielen fest. Der Umsatz soll unverändert zwischen 6% und 8% pro Jahr erhöht werden. Rückenwind dürfte der Konzern, aber auch zahlreiche Wettbewerber durch die aufgegleisten staatlichen Konjunkturprogramme infolge der SARS-CoV-2-Pandemie erhalten. In der Region „America“ sind rund CHF 1‘000 Milliarden für den Construction-Sector eingeplant. In Europa dürften sich die Stützungsmassnahmen auf rund CHF 750 Milliarden und in Asien/Pazifik auf satte CHF 8‘600 Milliarden belaufen. Bis 2025 will Sika dank seiner starken lokalen Präsenz seinen globalen Marktanteil im Bauchemie-Markt von gut 9% im laufenden Jahr auf 12% im Jahr 2025 steigern. Um diese Ziele zu erreichen, wird Sika auch in Zukunft auf Übernahmen setzen – auch wenn im bisherigen Jahresverlauf die Akquisitionstätigkeit des Konzerns ein wenig „on hold“ ist, was aber weniger auf das Fehlen attraktiver Ziele zurückzuführen ist, sondern die Reisebeschränkungen binden Sika derzeit zurück. „Wir wollen denjenigen, den wir kaufen, sehen und kennenlernen“, sagte CEO Paul Schuler. Sofern die Pandemie abklingen sollte, seien wieder drei bis fünf Übernahmen pro Jahr denkbar. Auch punkto Profitabilität steht der Konzern sehr gut da. Trotz der Krise ist Sika auf Kurs, auch im Jahr 2020 die Betriebskosten mit Effizienzmassnahmen um 0.5% des Umsatzes zu senken, was sich in einer entsprechenden Verbesserung der Ebit-Marge niederschlagen sollte. Bereits 2021 soll die Ebit-Marge am unteren Ende des mittelfristigen Zielbereichs zwischen 15% und 18% liegen. Die Aktie des Bauchemiekonzerns hat die Krise bereits hinter sich gelassen und ist in den vergangenen Monaten stark avanciert. Selbst in den vergangenen gut drei Monaten, in denen der Gesamtmarkt seitwärts tendierte, kletterte Sika unaufhörlich weiter. Für langfristig orientierte Anleger bleibt der Titel attraktiv, wobei wir mit einer abnehmenden Aufwärtsdynamik der Aktie rechnen.
Konklusion:
Sika hat das Potenzial, um gestärkt aus der aktuellen Gesundheitskrise hervorzugehen. Langfristig orientierte Anleger greifen an schwachen Börsentagen zu.