
Wir hatten die Aktie des Schweizer Bauchemiekonzerns letztmals in Ausgabe 07/2019 bei CHF 136.30 zum Kauf empfohlen. Bis Anfang Juli ging unsere Empfehlung vollends auf: Satte 23% konnte die Aktie bis dahin gewinnen. Dann folgte die fast unausweichliche Korrektur, welche die Aktie wieder zurück auf unser Empfehlungsniveau drückte, von wo aus der Titel in den letzten Wochen aber eine neuerliche Rallyephase einleitete. Mittlerweile notiert die Aktie bereits wieder 10% über unserem Empfehlungsniveau von Ende Februar. Der jüngst abgehaltene Investorentag hat dabei unsere positive Sicht auf den Konzern nur bestärkt. Auch wenn sich der Konzern mit Blick auf das mittlerweile abgeschlossene dritte Quartal nicht in die Karten schauen liess, so hinterliess das Management einen durchwegs positiven Eindruck – wobei die mittel- bis langfristigen Finanzziele nur in einem Punkt angepasst wurden. Sika geht gemäss der „Strategie 2023“ wie bis anhin von einem Erlöswachstum zwischen 6% bis 8% pro Jahr aus. Damit dürfte der Umsatz im Jahr 2018 erstmals die Marke von CHF 8 Milliarden überschreiten; 2019 sollen es nach dem Willen von CEO Schuler bereits mehr als CHF 9 Milliarden sein. Auch mittelfristig will Schuler schneller wachsen als der Markt. So will Sika seinen Marktanteil am globalen Bauchemiemarkt von 9% im Jahr 2018 auf gut 12% im Jahr 2023 steigern. Etwas aggressiver gab sich das Management mit Blick auf die Profitabilität auf Stufe Ebit. So wurde das Ebit-Margen-Ziel von bisher 14% bis 16% auf neu 15% bis 18% erhöht. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres lag die Ebit-Marge bei 12.9%. Sika selbst erwartet, dass das Margenziel wahrscheinlich erst im Geschäftsjahr 2021 erreicht wird. Anzumerken ist, dass ein Grossteil des angehobenen Profitabilitätsziels mit Kostensenkungen erreicht werden soll. Die Kosten sollen etwa um 0.5% pro Jahr inkl. Materialkosten reduziert werden. Punkto Akquisitionen scheint der Konzern nach dem „Rekordzukauf“ vom Mörtelhersteller Parex auf mittelfristige Sicht eher kleinere Brötchen backen zu wollen. Es dürften nur kleinere Zukäufe anstehen – wohl auch, um die laufende Integration von Parex nicht noch zusätzlich zu erschweren. Zugleich wird Sika die regionale Expansion etwas verlangsamen, was ebenfalls nicht überrascht. Immerhin ist Sika mittlerweile in 101 Ländern aktiv, womit die attraktivsten Märkte ohnehin bereits abgedeckt sind. Gemäss CEO Schuler werden nur noch drei bis fünf neue Ländergesellschaften gegründet.
Konklusion:
Sika überzeugt auf ganzer Linie. Auch wenn der Titel mit einem KGV 2020 von 23.5 optisch ambitioniert bewertet erscheint, ist dies angesichts der ansprechenden Wachstumstrends als vertretbar einzustufen.