+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Siemens

Die beiden Industriekonzerne Siemens und Bombardier stehen offenbar vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Wie wir von mehreren Branchenbeobachtern erfahren haben, sind die Verhandlungen über eine Zusammenlegung der Bahngeschäfte beider Unternehmen in einem weit fortgeschrittenen Stadium. Ein Deal sei zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlich. Allerdings gäbe es noch einige Punkte, die derzeit diskutiert würden. So zum Beispiel, wer das zusammengelegte Gebilde mit einem summierten Umsatz von jährlich EUR 13 Milliarden führen soll. Vieles spricht derzeit dafür, dass Siemens die Führung erhalten wird. Nicht nur, dass die Siemenssparte fast EUR 1 Milliarden mehr Umsatz generiert und auch wesentlich profitabler ist, sondern auch, weil Bombardier durch die laufende Konzern-Restrukturierung geschwächt ist. Der Zusammenschluss beider Konzernsparten ist vor allem mit Blick nach Fernost sinnvoll. Denn dort ist mit dem chinesischen Staatskonzern CRRC in den letzten Jahren ein regelrechter Bahnriese entstanden, der im vergangenen Geschäftsjahr fast EUR 32 Milliarden umgesetzt hat und in den asiatischen Schwellenländern und im Nahen Osten bereits das Feld für sich erobert hat. Und der Schritt Richtung Europa ist nicht mehr fern. Derzeit übernimmt CRRC den tschechischen Hersteller Skoda, womit es nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte, bis CRRC seine Produkte auch in Europa zulassen wird. Allerdings gibt es bei der angestrebten Zusammenlegung noch weitere Hürden. Einerseits sprang der kanadische Staat dem kriselnden Industriekonzern im Jahr 2015 mit USD 1.5 Milliarden zur Seite und hält seitdem gut 30% an dem Unternehmen. Hinzu kommt die seit längerem kritisierte Aktienstruktur. Die Mehrheit der stimmberechtigten Anteile liegt in den Händen der Gründerfamilie Bombardier-Beaudoin – ohne deren Zustimmung ist bei Bombardier fast nichts möglich. Darüber hinaus dürften europäische Wettbewerbshüter den Deal mit Argusaugen beobachten. Siemens/Bombardier müsste es gelingen, die Wettbewerbshüter von der drohenden Übermacht des chinesischen Konkurrenten zu überzeugen, um den Deal ohne grosse Abstriche durchzubringen. Zwar gibt es noch einige europäische Bahnhersteller, wie zum Beispiel die Schweizer Stadler – doch diese sind wesentlich kleiner und stehen einem solchen Deal durchaus kritisch gegenüber, wie wir aus der Branche erfahren.
Konklusion:
Wir würden einen Zusammenschluss der Bahnsparten von Siemens und Bombardier begrüssen. Es entstände ein starker Gegenspieler zum chinesischen CRRC-Konzern.