+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
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Jahr 2022

Siemens

Nachdem die Aktie Ende April bei EUR 133 ein Rekordhoch markierte, konsolidiert der Titel auf hohem Niveau und notiert aktuell im Bereich um EUR 125. So weit, so unbedenklich. Denn nach der starken Performance in den zurückliegenden zwölf Monaten (in der Spitze: +46%) ist eine leichte Gegenbewegung durchaus gesund. Allerdings hat Siemens mit negativen Aussagen zur Sparte Energieerzeugung auf einer Investorenveranstaltung in Surrey, Grossbritannien, für Unruhe gesorgt. Der Sparte setze ein harter Wettbewerb zu, welcher in der zweiten Geschäftsjahreshälfte den Umsatz und die Profitabilität belasten könne. Investoren interpretierten dies dahingehend, dass Siemens seine Prognosen für das am 30. September endende Geschäftsjahr senken könnte und nahmen verstärkt Gewinne mit.
Dies hat das charttechnische Bild der Aktie zuletzt deutlich eingetrübt. Einerseits wurde zeitweise die Unterstützung bei EUR 123 sowie die 100-Tage-Durchschnittslinie unterschritten. Dennoch sollten sich investierte Anleger davon nicht aus der Ruhe bringen lassen. Denn das langfristige Chartbild ist weiter intakt. Einerseits stützen die psychologisch wichtige Marke bei EUR 120 und die wichtige 200-Tage-Durchschnittslinie bei EUR 117, deren Bruch einen mittelfristigen Trendwechsel signalisieren würde. Darüber hinaus bleiben die mittel- bis langfristigen Geschäftsaussichten für den Konzern weiter gut. Siemens ist in der Breite hervorragend positioniert und steht beispielsweise deutlich besser da als Wettbewerber General Electric. Anders als bei GE – der Konzern setzte jüngst den langjährigen CEO Jeffrey Immelt vor die Tür – sitzt Siemens CEO Joe Kaeser fest im Sattel. Vielmehr erhofft sich der Konzern bzw. der Aufsichtsrat, den Vertrag mit Kaeser verlängern zu können.
Der von Kaeser eingeleitete und forcierte strukturelle Wandel hin zur digitalen Fabrik zahlt sich zunehmend aus. Im Bereich der Industrieautomation gibt der Münchner Konzern mittlerweile weltweit den Ton an; zugleich bietet das Geschäftsfeld noch reichlich Wachstumspotenzial. Darüber hinaus schafft es Kaeser, durch die gezielte Abspaltung einzelner Sparten Mehrwert zu schaffen und neue Kursfantasie zu wecken. So könnten beispielsweise der seit einiger Zeit im Raum stehende Börsengang der Medizintechniksparte „Healthineers“ oder die Abspaltung der Zugaktivitäten Siemens in einem noch helleren Licht erscheinen lassen. Wir empfehlen daher, dass investierte Anleger kein einziges Papier aus der Hand geben sollten – trotz der gegenwärtigen leichten Schwächephase. Diese ist vielmehr ein attraktiver Einstiegslevel.
Konklusion:
Siemens hat durch Aussagen an einer Investorenkonferenz für Abgabedruck gesorgt. Die mittelfristigen Aussichten sind aber intakt. Die Schwächephase zum Einstieg nutzen!