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Siemens

Der Münchener Industrie-/Technologie-Konzern ist mit viel Schwung ins Geschäftsjahr 2016/17 gestartet – auch wenn die Erwartungen der Analysten vor allem bei der Umsatzentwicklung und des Auftragseingangs nicht erfüllt werden konnten. Im ersten Quartal stiegen die Erlöse um 1% auf EUR 19.1 Milliarden bzw. um 3% auf währungs- und portfoliobereinigter Ebene. Die Konsensprognose lag bei EUR 19.6 Milliarden. Zugleich entwickelte sich der Auftragseingang – bedingt durch die anhaltende Schwäche in der Sparte „Power and Gas“ – etwas schwächer als prognostiziert. Im Schnitt hatten die Börsianer mit EUR 20.13 Milliarden gerechnet. Siemens konnte jedoch nur EUR 19.55 Milliarden verbuchen, was einem Rückgang von 14% entspricht. Allerdings sitzen die Münchener auf einem sehr hohen Auftragsbestand von EUR 115 Milliarden, wodurch der starke Orderrückgang mehr als kompensiert wird. Wesentlich erfreulicher entwickelt sich Siemens punkto Profitabilität: Der Nachsteuergewinn aus dem fortgeführten Geschäft erhöhte sich um satte 30% auf gut EUR 1.9 Milliarden. Beim Ergebnis je Aktie erzielte Siemens EUR 2.35, was einem Anstieg von rund 25% entspricht. Damit konnte der Konzern die Analystenprognosen deutlich schlagen. An der Börse sorgte ohnehin der Ausblick für wahre Jubelgesänge. Im Vorfeld der Zahlenvorlage hatten Kapitalmarktexperten bestenfalls mit der Bestätigung des Ausblicks gerechnet. Doch Siemens überraschte diesbezüglich sehr positiv: Für das Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende September) stellt der Konzern eine Ergebnismarge für das industrielle Geschäft von 11.0 bis 12.0% in Aussicht – bisher ging man bei Siemens von 10.5% bis 11.5% aus. Zugleich erhöhten die Münchener die Ergebnisprognose auf die neue Bandbreite von EUR 7.20 bis EUR 7.70 pro Aktie (bisher: EUR 6.80 bis EUR 7.20 pro Anteilsschein. Punktum: Der von CEO Joe Kaeser initiierte umfangreiche Konzernumbau – weg von einem reinem Industrie- hin zu einem Technologiekonzern (Digitalisierung)- wirkt sich immer stärker aus, sowohl punkto Wachstum als auch verstärkt in der Profitabilität. Die Aktie des deutschen Konzerns ist mittlerweile in ungekannte Höhen vorgestossen – zuletzt stieg das Papier bis auf über EUR 120, womit unser mittelfristiges Kursziel im Grunde erreicht wurde. Aufgrund des starken Auftaktquartals halten wir jedoch Notierungen von EUR 130 für gerechtfertigt, da die Analysten in den kommenden Wochen wahrscheinlich ihre Prognosen noch deutlich anheben werden. Diese positiven Analystenkommentare dürften dem Papier nochmals Rückenwind geben. Ein besonderes Augenmerk sollten Investoren auf den geplanten Börsengang von „Healthineers“ (Medizintechniksparte) richten. Zwar sind Details noch nicht bekannt. Aber für uns gehört das IPO schon jetzt zu einem möglichen Kauf-Kandidaten.
Konklusion:
Wir empfehlen, die Aktie von Siemens zu halten. Aus unserer Sicht sind die grössten Unsicherheitsfaktoren der US-Präsident, die Folgen des Brexit und mögliche neue EU-Referenden.