
Der langjährige Siemens-Konzernchef Joe Kaeser hat den deutschen Traditionskonzern einer teilweise schmerzhaften, aber zukunftsorientierten Neuausrichtung unterzogen. Die Töchter Siemens Gamesa und Siemens Healthineers sind bereits an der Börse notiert und bei Siemens Energy steht dieser Schritt ebenfalls bevor. Im September soll die Energietochter an die Börse gebracht werden. Zugleich wird Siemens seine Beteiligung an der Windtochter Gamesa künftig in die abzuspaltende Siemens Energy ausgliedern, an der Siemens künftig eine Minderheit hält und somit das Geschäft nicht mehr konsolidieren muss. Bei Siemens Healthineers will die Mutter darüber hinaus ihren Anteil zudem reduzieren, womit der Tochter der Weg in den DAX geebnet werden könnte. Darüber hinaus wird unter Marktteilnehmern spekuliert, dass der Traditionskonzern bereits die nächste Abspaltung vorbereite. Siemens hatte im Mai dieses Jahres durchblicken lassen, die Optionen für Flender zu prüfen. Gemäss den Spekulationen plant Siemens für die Antriebstochter Flender einen Spin-off, bei dem die Aktionäre des Mutterkonzerns Papiere der Tochter ins Depot gebucht bekommen würden. Gemäss ersten Schätzungen würde eine Abspaltung die Antriebstochter mit EUR 1.5 Milliarden bewerten. Aber auch der Verkauf der Sparte an einen Private-Equity-Fonds wird gegenwärtig als Variante auf dem Handelsparkett diskutiert. Joe Kaeser, der das CEO-Zepter offiziell noch bis Februar 2021 in der Hand hat, wird ab 1. Oktober seinem designierten Nachfolger Roland Busch die operative Geschäftsführung überlassen. Er hat Siemens erfolgreich umgebaut und seinem Nachfolger eine zukunftsorientierte Konzernstruktur hinterlassen. Die Neuausrichtung und Fokussierung auf die Zukunftsfelder Digitalisierung, Automatisierung und Infrastruktur ist so gut wie abgeschlossen. Ein Erfolg, den die meisten Beobachter Kaeser nicht zugetraut hatten. An der Börse werden die Chancen, die sich aus der vereinfachten Konzernstruktur ergeben, derzeit noch immer unterbewertet, was die Aktie für mittel- bis langfristig orientierte Anleger sehr attraktiv macht.
Konklusion:
CEO Joe Kaeser hat den Traditionskonzern erfolgreich umgebaut und ihm eine zukunftsfähige Struktur verpasst. Die sich daraus ergebenden Chancen werden noch immer unterschätzt. Die Aktie ist ein Kauf.