
Die Halbjahresbilanz des Pharmaauftragsfertigers war durchwachsen. Einerseits konnte Siegfried davon profitieren, dass die Nachfrage nach einigen, in der Pandemie sehr gefragten, Wirkstoffen sehr hoch und teilweise sogar über den Kapazitäten lag. Andere Wirkstoffe litten hingegen unter den Lockdown-Bedingungen im Frühjahr. Behandlungen wurden aufgrund der Pandemie zurückgestellt, was auf die Umsätze bei unserem Depotwert drückte. Immerhin konnte Siegfried in Lokalwährung ein Erlösplus von 2.2% auf CHF 388 Millionen verbuchen. Das war u.E. recht ordentlich. Etwas mager fiel hingegen die Profitabilität aus. Die Kernbetriebsgewinn-Marge auf Stufe Ebitda verschlechterte sich von 16.8% im Vorjahr auf 15%. Der Kerngewinn ging gar um 30% auf CHF 21.5 Millionen zurück. Auch wenn dies Gewinnzahlen etwas schlechter ausfielen als erwartet, so ist dies kein Grund, um Trübsal zu blasen. Denn Siegfried blickt überraschend optimistisch auf das zweite Halbjahr und ruckelt daher nicht an den bereits aufgestellten Zielen. Der Umsatz soll im Gesamtjahr im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen. Die Kern-Ebitda-Marge soll trotz des Rückschlags im ersten Halbjahr über dem 2019er-Wert von 16.9% liegen. Dies impliziert, dass Siegfried im zweiten Halbjahr einen Sprung von 19% erwartet. Finanzvorstand Reto Sauter führt dies auf die Vorleistungen in den vergangenen Monaten und handfeste Daten wie Kundenbestellungen zurück. Angesichts der operativen Bedingungen hat sich Siegfried u.E. gut geschlagen. Zwar blieb einmal mehr eine positive Überraschung aus – dies war aber angesichts der Lage auch nur wenig wahrscheinlich. Aber der Druck auf das Management, die seit längerem versprochenen Profitabilitätsverbesserungen zu liefern, steigt. Die Kern-Ebitda-Marge soll mittelfristig auf 20% steigen. Wann dieses Ziel erreicht werden soll, liess das Management bisher aber offen. Am Markt wurde jedoch auf das Jahr 2022 gewettet. Nach dem Rückschlag im ersten Semester könnte sich der Zielkorridor allerdings nach hinten, ins Jahr 2023, verschieben. Unter dem Strich hat sich Siegfried im schwierigen ersten Semester ordentlich geschlagen – ohne zu glänzen. Gemessen an der Kurs-performance hinkt die Aktie daher auch nicht ganz ungerechtfertigt hinter Wettbewerbern wie Lonza, Bachem oder Dottikon zurück.
Konklusion:
Die Entwicklung bei Siegfried verläuft im Vergleich zu Wettbewerbern etwas zäh. Aber das Unternehmen ist u.E. auf einem guten Weg – auch wenn dieser noch etwas länger dauern dürfte. Halten Sie das Papier!