
Die Industriegruppe SFS hat an ihrem jüngsten „Investor Day“ einen Hauch Optimismus versprüht. Zwar ist der mittelfristige Ausblick bis Ende des Jahres aufgrund der SARS-CoV-2-Pandemie mit erheblichen Unsicherheiten verbunden – vor allem das Szenario einer zweiten, massiven Infektionswelle, wie sich derzeit in zahlreichen Staaten abzeichnet und die Furcht vor neuerlichen Lockdownmassnahmen seitens der Regierung, wie der zweite Lockdown Israels, lassen Unternehmensprognosen branchenübergreifend sehr vage erscheinen. Dennoch wird das Licht am Ende des Tunnels heller. Die Geschäfte haben sich nach Angaben von SFS zu Beginn des dritten Quartals wieder deutlich beschleunigt. Brach der Umsatz in Q2 gruppenweit noch um 21% ein, so hat sich das Minus im Vergleich zur Vorjahresperiode im Juli/August auf 6.1% eingeengt. Vor allem die wichtige Autoindustrie belebt sich zunehmend. Sackten die Erlöse im zweiten Jahresviertel um satte 58% ab, kann SFS für Juli/August ein Sparten-Umsatzminus von nur noch 10% vermelden. Die Erholung in der für SFS wichtigen Sparte dürfte zudem Fahrt aufnehmen, wie zahlreiche Autohersteller jüngst vermelden konnten. Es ist auch die Automobilindustrie, welche die längerfristigen Aussichten des Rheintaler Unternehmens bestimmt. Die Überalterung der globalen Fahrzeugflotte dürfte durch die Pandemie und deren mittelfristigen Folgen nochmals erhöht worden sein. Gemäss Unternehmensangaben müssten jährlich rund 100 Millionen Fahrzeuge hergestellt werden, um den Altersdurchschnitt aller Fahrzeuge bei zehn Jahren zu halten. Zum Vergleich: Im Krisenjahr 2020 dürften gerade 70 Millionen Autos vom Band laufen. Zudem profitiert SFS auch von der zunehmenden Komplexität einzelner Elektrobauteile. Am Investor Day sprachen die Konzernverantwortlichen z.B. von der sich abzeichnenden Umstellung von Hydraulikbremsen auf elektrische Direktbremsen (Brake by Wire), welche derzeit von den ersten Herstellern durchgespielt wird. Dies könnte langfristig den Zulieferwert von SFS bis auf das Fünffache steigen lassen. Aber auch Komponenten wie Kameras oder Sensoren werden in Autos immer stärker verbaut. Ein lukratives Geschäft für SFS. Dass dies nicht nur Hirngespinste sind, sondern sich abzeichnende nachhaltige Trends, ist auch daran zu erkennen, dass das Rheintaler Unternehmen die Kapazitäten am Hauptsitz in Heerbrugg für CHF 25 Millionen bis CHF 30 Millionen ausbauen will.
Konklusion:
Ein sich wieder belebendes Geschäftsumfeld, günstige mittelfristige Wachstumstrends und eine Aktie, die mit einem KGV22 von 17 günstig bewertet ist – was will des Anlegers Herz mehr.