
Sears – das ist die Geschichte eines kaum für möglich gehaltenen Niedergangs. Im Jahr 2012 galt die amerikanische Warenhauskette mit 2‘019 Filialen noch als die grösste des Landes. Doch der Konzern verschlief die Trends in der Branche – vor allem in der Online-Welt. Allein in diesem Jahr schloss Sears über 330 Standorte und 2018 sollen weitere folgen. Letztlich dürfte sich die Filialanzahl auf gut 1‘000 halbieren. Doch die Schliessung von Filialen allein reicht nicht, um einen Turnaround hinzukriegen. Dies zeigte auch die Umsatzentwicklung im dritten Quartal: Die Erlöse sanken um über 15%. Zugleich stieg der Quartalsverlust auf über USD 500 Millionen. Der Negativtrend der zurückliegenden Jahre (Umsatzentwicklung 2013 bis 2016: -63%) hat sich bei unverändert hohem Tempo fortgesetzt. Ein Turnaround sieht unseres Erachtens anders aus. Und schaut man auf den Cashbestand des Unternehmens, der sich Ende Juli auf gerade noch USD 450 Millionen belief, kann einem Angst und Bange werden. Denn damit scheint klar, dass dem Konzern langsam aber sicher die Optionen ausgehen. Natürlich kann der Konzern die Schulden weiter erhöhen oder durch eine Kapitalerhöhung frisches Geld einsammeln. Auch ein noch grösserer Verkauf von Filialen ist vorstellbar. Nur wie lange kann das noch gut gehen, wenn sich auf operativer Ebene nichts zum Besseren bewegt? Nicht mehr sehr lange. Auch wenn die Aktie auf dem gegenwärtigen Niveau als regelrechtes Schnäppchen erscheint. Es könnte alles noch viel schlimmer werden.
Konklusion:
Der operative Abwärtstrend setzt sich unvermindert fort. Aus unserer Sicht gehen dem einstigen Branchenriesen zunehmend die Optionen aus. Die Aktie ist nicht nur ein „Sell“, sondern ein „Strong Sell“.