+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
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Jahr 2022

Schwacher Euro entfaltet keine Zugkraft

Während die US-Aktienbörsen noch immer – wenn auch in abnehmenden Masse – im „Trump-Rallye-Modus“ sind, treten die europäischen Märkte auf der Stelle. Die Skepsis gegenüber dem wirtschaftspolitischen Weg des neuen US-Präsidenten scheint in Europa wesentlich ausgeprägter zu sein als in den USA selbst. Ein deutlicher Hinweis darauf ist, dass die Börsen trotz der deutlichen Euro-Schwäche in den Tagen seit der Trump-Wahl nicht zulegen können – normalerweise dürften v.a. exportorientierte Märkte darauf positiv reagieren. Nur die protektionistischen Tendenzen in den USA überlagern derzeit eine solche Fantasie.
Zudem kämpft Europa wieder einmal mit sich selbst. In wenigen Tagen stimmen die Italiener über die von Premier Matteo Renzi initiierte Verfassungsreform ab – ein „Nein“ scheint gegenwärtig sehr wahrscheinlich und dürfte die Eurozone erneut in Frage stellen. Zudem blicken die Investoren bereits jetzt auf die kommende Sitzung der europäischen Währungshüter, an der wahrscheinlich auch über eine Verlängerung des laufenden Wertpapierkaufprogramms diskutiert wird. Angesichts der nahenden Ereignisse entwickeln sich derzeit die europäischen Börsen verhalten – es herrscht gespannte Ruhe. Abzulesen ist dies auch am Chart sowie den technischen Indikatoren. Der Euro Stoxx50 hat zuletzt eine spitz zulaufende Dreiecksformation ausgebildet, wobei sich derzeit nur schwer abschätzen lässt, in welche Richtung diese aufgelöst wird. Gelingt der Sprung nach oben, dürfte der Euro Stoxx50 zunächst in Richtung 3‘100 Punkte tendieren und mitunter sogar das Aprilhoch bei rund 3‘150 Zählern in Angriff nehmen. Rutscht der Index hingegen nach unten aus dem Dreieck, scheinen Folgeverkäufe wahrscheinlich, die den Euro Stoxx50 in Richtung 2‘950 bis 2‘900 Punkte drücken könnten. Auch der MACD- sowie der Stochastik-Indikator lassen derzeit Spielraum für beide Szenarien. Derzeit ist die Gesamtlage an den Märkten in Europa so unklar wie selten in diesem bisher sehr schwierigen Aktienjahr. Entsprechend sollten Anleger mit Augenmass und Absicherungen investieren. Einerseits haben die Abstimmung in Italien und die EZB-Sitzung das Potenzial, kräftige Marktverwerfungen auszulösen führen. Andererseits könnten Entscheidungen im Sinne der Anleger die seit Monaten gehaltene Kursbremse lösen und den Aktien kräftig Rückenwind geben.
Konklusion:
Wir halten derzeit an unserer „Übergewichtung“ europäischer Aktien fest. Die Risiken für erneute Marktverwerfungen sind jedoch hoch. Anleger sollten mit engen Verlustbegrenzungen operieren.